- DER AKTIONÄR

Oropa - Für eine Hand voll Dollar

Das Minenunternehmen Oropa ist extrem niedrig bewertet. Doch die Aktien der Gesellschaft sind nur etwas für ausgebuffte Spekulanten. Ein Gerichtsurteil könnte entscheidenden Einfluss auf den weiteren Kursverlauf nehmen.

Das Minenunternehmen Oropa ist extrem niedrig bewertet. Doch die Aktien der Gesellschaft sind nur etwas für ausgebuffte Spekulanten. Ein Gerichtsurteil könnte entscheidenden Einfluss nehmen.

Von Olaf Hordenbach

Die australische Minengesellschaft Oropa dürften den treuen Lesern vom aktionär bekannt sein - Oropa wurde in Ausgabe 15/04 vorgestellt und als heiße Spekulation zum Kauf empfohlen. Allerdings hat sich der Aktienkurs bisher sehr schlecht entwickelt, so dass es nun Zeit für eine Neubewertung wird.

Gold aus Indonesien

Oropa hält 75 Prozent am Pungkut-Goldprojekt auf der indonesischen Insel Sumatra. Derzeit laufen mehrere Bohrungen, die das Ziel haben, eine Ressourcenbestimmung über das im Projekt vorhandene Gold durchzuführen. Oropa geht davon aus, dass man am Ende der Bohrungen etwa im Dezember 2006 rund 1,3 Millionen Unzen Goldressourcen nachweisen wird, die dann entsprechend den Eigentumsverhältnissen zu 75 Prozent - die restlichen 25 Prozent hält die staatliche Bergbaugesellschaft PT Aneka Tambang - dem Unternehmen gehören. Zur Finanzierung der laufenden Bohrungen wird Oropa im Oktober 2005 eine Kapitalerhöhung von voraussichtlich vier bis fünf Millionen Australische Dollar durchführen. Unter Berücksichtigung der aktuellen Marktkapitalisierung von knapp neun Millionen Australische Dollar käme die Gesellschaft somit im Oktober auf eine Marktbewertung von rund 14 Millionen Australische Dollar. Rechnet man nun die geschätzten Ressourcen, die ab Dezember 2006 vorliegen sollen, von anteilig 975.000 Unzen dagegen auf, käme man auf eine durchschnittliche Bewertung von derzeit knapp elf US-Dollar je Unze Goldressource. Im internationalen Vergleich ist dies extrem wenig.

Ungewisses Diamantenprojekt

Neben dem Pungkut-Goldprojekt verfolgt Oropa noch ein weiteres Unterfangen: Eine Diamantenmine im indischen Raipur. Zusammen mit dem Partner Bharat Shah, einem einflussreichen Edelsteinhändler, streitet man derzeit aber noch vor Gericht über die Besitzverhältnisse. Wann mit einer endgültigen Entscheidung in diesem Fall zu rechnen ist, bleibt völlig ungewiss.

Hochspannung pur

Für Oropa wäre ein positiver Gerichtsbeschluss der große Durchbruch. Zwar verspricht das Goldprojekt genügend Fantasie, doch an der Börse achtet man vor allem auf das "Diamantenurteil". Das zeigen auch verschiedene Medienberichte, wie am 25. August 2005 ein Artikel in der west australian newspaper, in dem über über das Diamantenprojekt spekuliert wurde. Die Aktien von Oropa zogen daraufhin kräftig an, was von der australischen Börsenaufsicht mit Argwohn beobachtet wurde. Oropa bleibt eine extrem heiße, aber auch höchst spannende Spekulation. Die Aktien dürfen nur eine minimale Depotgewichtung haben. Limits setzen!

Artikel aus DER AKTIONÄR 37/05

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