- DER AKTIONÄR

Oracle - Es kann nur einen geben

Im Softwarebereich grassiert seit geraumer Zeit das Übernahmefieber. Oracle ist einer der großen Profiteure dieser Entwicklung. Auf dem aktuellen Kursniveau bietet sich ein Einstieg an.

Im Softwarebereich grassiert das Übernahmefieber. Oracle ist einer der großen Profiteure. Auf dem aktuellen Kursniveau bietet sich ein Einstieg an.

Von Sebastian Grebe

Der Unterschied zwischen dem lieben Gott und Larry Ellison ist, dass Gott sich nicht für Ellison hält." Mit diesen Worten beschreibt Biograph Mike Wilson den extrovertierten Gründer und Vorstandsvorsitzenden von Oracle. Dieser benannte sein Start-Up einst nach einem geheimen Datenbankprogramm, das er in den siebziger Jahren für die CIA entwickelte. Heute ist Oracle der zweitgrößte Softwarekonzern der Welt.

Gewinner der Konsolidierung

Das ursprüngliche Kerngeschäft Datenbanksoftware ist mittlerweile nur noch ein Teil des Produktangebots. Stark zugelegt hat Oracle vor allem im Bereich der betrieblichen Standardsoftware. In diesem Segment vollzieht sich derzeit ein massiver Konsolidierungsprozess, den nach Meinung von Experten nur wenige Gesellschaften überleben werden. Einer der großen Gewinner ist Oracle, das bereits mit mehreren spektakulären Übernahmen von sich reden machte.

Erst schnappte der Konzern der deutschen SAP den US-Anbieter Retek weg, dann lieferte er sich mit Peoplesoft eine wochenlange Übernahmeschlacht. Peoplesoft verlor. Am 13. Dezember 2004 kaufte Oracle das Unternehmen für 10,3 Milliarden Dollar.

Überzeugende Zahlen

Durch die Übernahmen besitzt Oracle nun mehrere ähnliche Produkte - beispielsweise die eigene E-Business Suite und Peoplesofts Business-Software-Paket. Die Herausforderung liegt nun darin, diese verschiedenen Produktfamilien zu einer umfassenden Lösung zu verschmelzen. Hier gibt es erste Erfolge zu vermelden, wie die letzten Zahlen belegen: Für das Geschäftsjahr 2004/05 wies Oracle einen Gewinn von 2,9 Milliarden Dollar oder 55 Cent pro Aktie aus, das ist ein Plus von acht Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Umsatz kletterte dank der erfolgreichen Übernahmen um 16 Prozent und erreichte 11,8 Milliarden Dollar. Oracle führt diese Entwicklung unter anderem auf die schnelle und erfolgreiche Integration von Peoplesoft zurück. In einem aktuellen Bericht geht das Management zudem davon aus, dass die Kosten für die Integration um mehr als 60 Millionen unter den ursprünglich veranschlagten 611 Millionen Dollar liegen werden. Doch auch das Stammgeschäft läuft exzellent. Nach Aussage von Larry Ellison gewinnt Oracle im Datenbankbereich weiterhin Marktanteile auf Kosten der Konkurrenz.

Für das laufende Jahr rechnen Analysten mit einem kräftigen Gewinnschub auf 80 Cent pro Aktie. Im Geschäftsjahr 2006/07 sollen es 92 Cent je Anteilschein sein, woraus sich für 2006/07 ein KGV von 15 errechnet.

Jetzt einsteigen!

Oracle wird langfristig zu den großen Gewinnern der aktuellen Konsolidierung gehören. Das Unternehmen überzeugt neben der starken Marktposition auch durch eine moderate Bewertung. Auf dem aktuellen Niveau bietet sich der Einstieg an.

 

Oracle

 

ISIN US68389X1054
Kurs am 28.07.2005 11,55€
Empfehlungskurs 11,52€
Ziel 15,00€
Stopp 9,80€
KGV 06e 15
Chance/Risiko 4/3

Artikel aus DER AKTIONÄR (30/05).

 

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