- DER AKTIONÄR

OMV - "Das Rekordergebnis übertreffen"

Vor dem Hintergrund eines steigenden Ölpreises und einem erneut guten Ergebnisbeitrag der rumänischen Petrom lieferte der österreichische Mineralölkonzern OMV in der vergangenen Woche starke Halbjahreszahlen ab.DER AKTIONÄR sprach mit dem Vorstandsvorsitzenden und Generaldirektor des Unternehmens Wolfgang Ruttenstorfer (Foto).

Vor dem Hintergrund eines steigenden Ölpreises und einem erneut guten Ergebnisbeitrag der rumänischen Petrom lieferte der österreichische Mineralölkonzern OMV in der vergangenen Woche starke Halbjahreszahlen ab. Der Umsatz stieg gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 62 Prozent auf sieben Milliarden Euro, der Betriebsgewinn (EBIT) um 112 Prozent auf 937 Millionen, der Cashflow um 96 Prozent auf 985 Millionen. Doch wie geht es weiter für das Unternehmen, das vom hohen Ölpreis profitiert? Und wie schätzt der Konzern die weitere Entwicklung des schwarzen Goldes ein? DER AKTIONÄR sprach mit dem Vorstandsvorsitzenden und Generaldirektor des Unternehmens Wolfgang Ruttenstorfer.

DER AKTIONÄR: OMV hat im zweiten Quartal sowie im ersten Halbjahr 2005 Umsatz und Ergebnis deutlich gesteigert - dank des hohen Ölpreises, guter Margen im Raffineriebereich und die Konsolidierung der rumänischen Petrom. Wie werden sich Ölpreis und Margen Ihrer Meinung nach weiter entwickeln und was bedeutet dies für OMV?

Wolfgang Ruttenstorfer: Erdölpreise, US-Dollar-Wechselkurse und Raffineriemargen werden aus heutiger Sicht in Bewegung bleiben. Der Rohölpreis dürfte sich weiterhin auf hohem Niveau bewegen, mit möglichen starken kurzfristigen Schwankungen. Wir rechnen damit, dass der Ölpreis für die nächsten drei bis vier Jahre in etwa auf dem heutigen Niveau bleiben wird. Danach dürfte er sich wieder auf 30 US-Dollar je Barrel zu bewegen, denn dann machen sich die verstärkten Investitionen der Ölfirmen in die Auffindung neuer Reserven auf den Märkten in Form von mehr Erdöl bemerkbar. Für 2005 werden gute Raffineriemargen erwartet, jedoch nicht auf dem Niveau von 2004. Die OMV wird dieses Umfeld nutzen, um ihre Wachstumsstrategie verstärkt voranzutreiben.

Apropos Wachstumsstrategie: In Ihrem Bericht zum ersten Halbjahr heißt es, dass es Ihnen "die erfolgreiche Umsetzung der Strategie ermöglicht, die derzeit günstigen Rahmenbedingungen aktiv zu nutzen" und ihre "Position für weiteres Wachstum zu stärken". Können Sie unseren Lesern Ihre Strategie ganz kurz erläutern?

Die OMV war noch in den 80er-Jahren ein hauptsächlich in Österreich tätiges Unternehmen. Heute sind wir der führende Öl- und Erdgaskonzern Mitteleuropas mit internationalen Öl- und Gas-Assets auf fünf Kontinenten.

Dies ist uns durch sukzessiven Ausbau unserer Öl- und Gasförderung sowie einer rechtzeitigen und konsequenten Expansionsstrategie im Bereich Raffinerien und Marketing in den mittel- und osteuropäischen Wachstumsmärkten gelungen. Ein wesentlicher Wachstumsschritt war die Akquisition des größten rumänischen Öl- und Gaskonzerns Petrom im vergangenen Jahr. Damit konnten wir unsere Öl- und Gasreserven mehr als verdreifachen und unsere Raffineriekapazitäten um 50 Prozent erhöhen. Dabei war und ist uns immer wichtig, dass unser Wachstum ein profitables ist, unsere Ergebnisse belegen dies deutlich. Mit den günstigen Rahmenbedingungen hat dies insofern zu tun, als man diese nur nutzen kann, wenn man rechtzeitig auf die Umsetzung profitablen Wachstums geachtet hat - die OMV hat dies getan.

Wo liegt nun Ihr Hauptaugenmerk in den nächsten Monaten und Jahren?

Ein Schwerpunkt der nächsten Jahre ist sicher die Modernisierung der rumänischen Petrom. Wir werden die Struktur der Öl- und Gasförderung auf internationale Standards bringen, die Raffinerien modernisieren und das Tankstellennetz effizienter gestalten. Dafür haben wir einen detaillierten Plan ausgearbeitet, der sukzessive umgesetzt wird. Jährlich werden wir rund 400 Millionen Euro in diese Maßnahmen investieren. Innerhalb von drei Jahren wollen wir Petrom völlig in unsere Systeme integrieren. Die Tatsache, dass Petrom bereits signifikante Ergebnisbeiträge für die OMV bringt, zeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind.

Wie sehen Ihre Umsatz- und Ergebnisziele für das Gesamtjahr aus?

Wir geben grundsätzlich keine Ergebnisprognosen ab, aber die guten Halbjahreszahlen weisen in eine eindeutige Richtung: Wir werden das Rekordergebnis von 2004 übertreffen können. Anmerkung der Redaktion: 2004 war der Nettogewinn um fast zwei Drittel auf 642 Millionen Euro geklettert, das EBIT stieg um 44 Prozent auf 926 Millionen.

Herr Ruttenstorfer, vielen Dank für das Interview!

 

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