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Omnivision - Ich seh’ Dich!

Ob Handys, PDAs, Spielzeug oder medizinische Geräte – sie alle sind in zunehmenden Maße mit Kameras bestückt. Von diesem Trend profitiert insbesondere die US-Firma Omnivision.

Der Kursschub kam unerwartet. Er war in etwa so wie einer jener explosiven Aufwärtshaken, für die „Iron“ Mike Tyson berüchtigt war – bevor er damit begann, seinen Gegnern die Ohren abzubeißen. Um 19 Prozent auf 22,49 Dollar schraubten sich die Aktien von Omnivision Anfang Dezember in die Höhe und damit auf den höchsten Stand seit Juni 2004. Dem Kursfeuerwerk vorangegangen war ein deutlich besser als erwarteter Geschäftsverlauf im letzten Quartal. Tatsächlich sind die jüngsten Zahlen so stark ausgefallen, dass eine Fortsetzung des Aufwärtstrends nun sehr wahrscheinlich ist.

Sehhilfen für Handys und PDAs

Omnivision ist ein weltweit führender Entwickler von CMOS-basierten Kamera-Chips. Stark vereinfacht ausgedrückt wandeln diese Halbleiter die Lichtsignale, die durch eine Linse auf ihre Oberfläche treffen, in digitale Informationen um – so entsteht ein Bild. Omnivisions Produkte kommen in Handys, PDAs, digitalen Kameras, Spielzeug, Autos, Überwachungskameras und medizinischen Instrumenten zum Einsatz. Das Angebot an Kamera-Chips umfasst Halbleiter mit einer Auflösung von bis zu 5,17 Megapixeln. Passend zum Weihnachtsgeschäft forciert Omnivision nun die Spielzeugsparte. Jüngsten Nachrichten zufolge verbaut ein großer Spielzeughersteller die Kamera-Chips in einem Karaokegerät. Die Kinder können dann im Fernsehen ihren eigenen Auftritt verfolgen.

Zweistelliges Wachstum

Die stetig wachsende Anzahl an Anwendungen für Kamera-Chips hat Omnivision im zweiten Quartal (bis Ende Oktober) Rekordergebnisse beschert. So verbesserte sich der Umsatz im Jahresvergleich um 50 Prozent auf 126,8 Millionen Dollar und der Nettoprofit – dank gestiegener Gewinnmargen – überproportional um 57 Prozent auf 22,6 Millionen Dollar. Zum Ende des Quartals saß die Firma auf Barreserven von 230 Millionen Dollar. Das Ergebnis übertraf die Prognosen der Wall-Street-Analysten deutlich. Motor dieser Entwicklung war insbesondere die starke Nachfrage nach Kamera-Chips für Handys. Kaum noch ein Neugerät wird ohne Kamerafunktion ausgeliefert. Der Markt für Kamera-Chips entwickelt sich rasant. Daran dürfte sich in den kommenden Jahren auch nichts ändern. Vor diesem Hintergrund erscheint Omnivision mit einem KGV von 13 für das Geschäftsjahr 2005/06 (bis April 2006) sehr günstig bewertet. Als weiterer Risikopuffer dient der üppige Baranteil von knapp über vier Dollar pro Aktie. Aus charttechnischer Sicht könnte der Kurs noch einmal auf 19 Dollar zurückkommen, spätestens dann aber sollten sich Investoren eine kleine Position aufbauen.

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