Fielmann
- DER AKTIONÄR

Ohren gespitzt!

Wenn du dein Leben von Anfang an noch mal leben könntest, was würdest du anders machen?“ Auf diese Frage lautet die nüchterne Standardantwort im Fielmann-Werbespot: „Ich würde von Anfang an meine Brille bei Fielmann kaufen.“ Künftig könnte sie jedoch auch „Ich würde meine Hörgeräte von Anfang an bei Fielmann kaufen“ lauten.

Die Optikerkette Fielmann will zukünftig auch Hörgeräte verkaufen. Die Erfolgsstory aus dem Brillengeschäft könnte sich wiederholen.

Wenn du dein Leben von Anfang an noch mal leben könntest, was würdest du anders machen?“ Auf diese Frage lautet die nüchterne Standardantwort im Fielmann-Werbespot: „Ich würde von Anfang an meine Brille bei Fielmann kaufen.“ Künftig könnte sie jedoch auch „Ich würde meine Hörgeräte von Anfang an bei Fielmann kaufen“ lauten.

Neues Standbein

Die Optikerkette will sich breiter aufstellen und zum Brillengeschäft ein weiteres Standbein mit Hörgeräten aufbauen. Eine sinnvolle Ergänzung des klassischen Geschäfts, das im Heimatland Deutschland, wo Fielmann bereits einen Marktanteil von knapp 50 Prozent hat, nur noch beschränkte Expansionsmöglichkeiten bietet. Größere „weiße Flecken“ im dichten Filialnetz von rund 575 Geschäften sind nur noch in den Bundesländern Bayern, Baden-Württemberg und Berlin zu finden. „Mittelfristig wollen wir in Deutschland mit 700 Niederlassungen 6,5 Millionen Brillen verkaufen, 1,1 Milliarden Euro Umsatz und 110 Millionen Euro Gewinn vor Steuern erwirtschaften“, so die Vision von Vorstandschef Günther Fielmann. 2006 waren es 681 Millionen Euro Umsatz und 86 Millionen Euro Gewinn vor Steuern. Im laufenden Jahr plant Fielmann 35 neue Niederlassungen, wobei insbesondere die Expansion ins Ausland auf der Agenda steht. Dazu gehört der Ausbau der bereits starken Marktposition in Österreich und der Schweiz sowie die Erschließung zusätzlicher Märkte wie Polen, Skandinavien und Spanien.

Höhere Margen

In einigen Filialen bietet Fielmann bereits Hörgeräte an. Der Bereich soll jedoch durch die Eröffnung spezieller Geschäfte an benachbarten Standorten ausgeweitet werden. Das Hörgeräte-Geschäft ist in Deutschland sehr zersplittert und mittelständisch geprägt – Fielmann dürfte durch die Übernahme von kleinen Ketten schnell in nennenswerte Umsatzdimensionen kommen. 50 bis 150 Millionen Euro hat Günter Fielmann als erste Zielmarke ausgegeben. Die Margen bei Hörgeräten sind deutlich höher als bei Brillen, sodass bei der genannten Zielspanne ein zusätzlicher Ergebnisbeitrag vor Steuern zwischen zehn und 30 Millionen Euro realistisch ist. Die Diversifikationspläne außer Acht gelassen, dürfte Fielmann 2007 über 871 Millionen Euro umsetzen und einen Gewinn je Aktie von 1,90 Euro erwirtschaften. 2008 ist eine Gewinnsteigerung auf 2,26 Euro je Aktie zu erwarten.

Gute Einstiegsgelegenheit

Fielmann ist mit einem 2008er-KGV von 20 kein Schnäppchen mehr, die geplante Expansion ins Ausland und insbesondere der neue Geschäftsbereich bringen jedoch neue Fantasie. Der jüngste Rücksetzer auf den langfristigen Aufwärtstrend und die 200-Tage- Linie ist daher eine gute Einstiegsgelegenheit für Langfristanleger.

Kursziel bei Fielmann: 60,00 Euro. Stopp: 40,00 Euro.

Erschienen in DER AKTIONÄR Ausgabe 28/2007.

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| Werner Sperber | 0 Kommentare

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