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- DER AKTIONÄR

Nur die Guten ins Töpfchen

Mit einer Eigenkapitalquote von 94 Prozent und einer Gewinnsteigerung um 35,9 Prozent auf rund 8,6 Millionen Euro im Jahr 2006 zählt die AvW-Gruppe zu den wirtschaftlich erfolgreichsten und profitabelsten Beteiligungsgesellschaften in Österreich. Zurückzuführen ist dies darauf, dass sich der 1991 gegründete Konzern nur an Unternehmen beteiligt, die über eine gute Marktstellung verfügen und sowohl organisch als auch durch Zukäufe wachsen.

Die österreichische AvW-Gruppe kauft sich sukzessive in aussichtsreiche deutsche Technologiewerte ein. Ein Beispiel, dem Anleger folgen sollten.

Mit einer Eigenkapitalquote von 94 Prozent und einer Gewinnsteigerung um 35,9 Prozent auf rund 8,6 Millionen Euro im Jahr 2006 zählt die AvW-Gruppe zu den wirtschaftlich erfolgreichsten und profitabelsten Beteiligungsgesellschaften in Österreich. Zurückzuführen ist dies darauf, dass sich der 1991 gegründete Konzern nur an Unternehmen beteiligt, die über eine gute Marktstellung verfügen und sowohl organisch als auch durch Zukäufe wachsen. Vor diesem Hintergrund ist es sehr interessant, dass sich im AvW-Portfolio auch Aktien deutscher Firmen im Gesamtwert von rund 40 Millionen Euro befinden. Mittelfristig soll dieses Anlagevolumen deutlich erhöht werden.

Steigende IT-Ausgaben

Kräftig investieren will die AvW in den deutschen IT-Sektor. Vorstandschef Dr. Wolfgang Auer von Welsbach begründete diese Strategie gegenüber dem AKTIONÄR mit den respektablen Perspektiven dieser Branche. Im Zuge der Konjunkturaufhellung erwartet der Firmenlenker in Deutschland bis 2010 eine jährliche Zunahme der IT-Investitionen um fünf Prozent.

Von diesem Szenario stark profitieren dürfte der Anbieter von IT-Infrastruktur und -Dienstleistungen Cancom. Das Unternehmen befindet sich schon seit einiger Zeit auf Erfolgskurs, was sich im ersten Halbjahr 2007 in einen Umsatzzuwachs um 26,4 Prozent auf 134,8 Millionen Euro und einer Gewinnsteigerung von 0,06 auf 0,23 Euro pro Aktie widerspiegelte. In den kommenden Quartalen erwartet die AvW eine Fortsetzung der positiven Geschäftsentwicklung und erhöhte deshalb erst kürzlich ihre Beteiligung an Cancom von 17,34 auf 20,02 Prozent. Darüber hinaus ist eine weitere Aufstockung des Anteils auf über 25 Prozent geplant. Angesichts dieses Vorhabens bleibt die vom aktionär bereits im Februar 2005 zum Kauf empfohlene Aktie des viertgrößten Systemhauses Deutschlands weiterhin chancenreich.

Kasse ist prall gefüllt

Zukaufen wollen die Österreicher auch bei der Realtech AG, an der sie derzeit mit 14 Prozent beteiligt sind. Mit den Softwarelösungen des SAPDienstleisters können Unternehmen den administrativen Aufwand für ihren IT-Betrieb verringern. Die hohe Nachfrage nach diesen Produkten und entsprechenden Beratungsdienstleistungen führte in den ersten sechs Monaten des laufenden Fiskaljahres zu einem Umsatzanstieg um 14 Prozent auf 29,7 Millionen Euro und einer EBITSteigerung von 1,1 auf 2,3 Millionen Euro. Für Realtech spricht neben einer zu erwartenden Fortsetzung dieses positiven Trends auch ein stattliches Liquiditätspolster von 27,1 Millionen Euro, das aktuell knapp 46 Prozent der Marktkapitalisierung abdeckt. Somit wird das operative Geschäft von Realtech derzeit lediglich mit einem 2008er-KGV von 11 bewertet.

Noch günstiger ist der Anteilschein von Nextevolution, für den sich, basierend auf aktuellen Gewinnschätzungen, ein attraktives 2008er-KGV von 7 errechnet. Infolgedessen ist es durchaus nachvollziehbar, dass sich bereits mehr als zehn Prozent der Papiere des Hamburger IT-Spezialisten im AvWDepot befinden. Die Fokussierung von Nextevolution auf lukrative Marktnischen der IT-Branche lässt für die Zukunft hohe Gewinnzuwächse erwarten.

Überdurchschnittliche Wachstumsaussichten bietet auch der Lösungsanbieter für das Kundenkontaktmanagement D+S Europe, der vom ungebrochenen Trend zum Outsourcing von Kundenservicedienstleistungen profitiert. Herrn Dr. Wolfgang Auer von Welsbach zufolge zählt D+S Europe zu den am besten geführten SDAX-Unternehmen. Lobenswert ist aus seiner Sicht insbesondere, dass Konzernchef Achim Plate die Internationalisierungsstrategie mit Schwerpunkt Osteuropa konsequent fortsetzt.

Ebenso überzeugt ist der AvW-Vorstandschef von Euromicron – einem führenden Komplettanbieter von Kommunikations- und Sicherheitslösungen. „Mit einer Dividendenrendite von rund 4,5 Prozent und einem 2008er-KGV von 8 ist Euromicron eine unentdeckte Perle im Nebenwertesektor“, so Auer von Welsbach. Des Weiteren bescheinigt der 48-Jährige dem Telekommunikationsspezialisten für Business-Kunden Ecotel ein dynamisches Wachstumspotenzial. Im Besitz der AvW befinden sich sechs Prozent der Anteilscheine des Düsseldorfer Unternehmens.

Fazit

Das AvW-Management versteht sein Handwerk, da es nur in fundamental besonders aussichtsreiche Unternehmen investiert. Diese Strategie spiegelt sich auch bei den deutschen Werten wider, die sich derzeit im Portfolio des Beteiligungskonzerns befinden. Dabei handelt es sich ausschließlich um Aktien von Technologiefirmen, die mit hohen Wachstumsraten und bedeutsamen Alleinstellungsmerkmalen glänzen. Als nach wie vor kaufenswert stuft DER AKTIONÄR die günstig bewerteten Anteilscheine von Cancom, Nextevolution, Euromicron und Ecotel ein.

Erschienen in DER AKTIONÄR Ausgabe 34/2007.

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