Nordex
- Norbert Sesselmann - Redakteur

Nordex mit Paukenschlag: Endlich wieder Gewinn!

Nach drei Verlustquartalen in Folge scheint für Nordex der Wind wieder aus der richtigen Richtung zu wehen: Im dritten Quartal erzielte der Konzern einen Gewinn. Die Anleger sind in Feierlaune. Bedeutet dies mittelfristig die Trendwende für die Aktie?

Das Sparprogramm beim Windanlagenhersteller Nordex zahlt sich aus: Nach drei Verlustquartalen hintereinander schaffte das Unternehmen die Rückkehr in die Gewinnzone. Im dritten Jahresviertel steig das EBIT auf 15,4 Millionen Euro. Das waren rund zwei Drittel mehr als ein Jahr zuvor. Unter dem Strich blieben 7,7 Millionen Euro übrig, mehr als doppelt so viel wie im Vorjahreszeitraum.

Wehrmutstropfen

Allerdings gibt es neue Probleme durch Zulieferer. Verzögerungen bei der Lieferung von Türmen und Rotorblättern führen zu einem Mehraufwand. Deshalb erwartet das Management nur noch eine operative Gewinnmarge von rund einem Prozent. Bislang hatte es ein bis drei Prozent in Aussicht gestellt. An seiner Umsatzprognose von 1,0 bis 1,1 Milliarden Euro hält der Vorstand fest. Damit würde das Unternehmen erstmals seit 2009 wieder die Milliardenmarke knacken.

Besser als Vestas

Die Norddeutschen schlagen sich damit besser als der dänische Weltmarktführer Vestas. Die Dänen waren auch im dritten Quartal nicht aus den roten Zahlen gekommen, weil Abschreibungen auf alte Fabriken auf das Ergebnis drückten und die operativen Fortschritte zunichte machten. Die gesamte Branche leidet immer noch an Überkapazitäten und bekommt die Konkurrenz aus Asien zu spüren.

75 Millionen Gewinn in 2015

Große Hoffnungen setzt Nordex auf seine neu entwickelte Turbine N117/2400, die speziell für geringe Windgeschwindigkeiten entwickelt wurde. Anfang November gab Nordex bekannt, dank der guten Aussichten für die neue Windmühle im nächsten Jahr sogar wieder 130 neue Mitarbeiter am Hauptproduktionsstandort in Rostock einzustellen. Laut den im September vorgestellten längerfristigen Zielen will Nordex bis 2015 den Umsatz auf 1,5 Milliarden Euro steigern und dabei eine operative Marge von mehr als fünf Prozent erwirtschaften.

Massiv unterbewertet?

Ob es mit der Nordex-Aktie nachhaltig aufwärts geht, bleibt dennoch ungewiss. Der Windanlagenhersteller muss immer noch zeigen, dass er sich gegen die harte Konkurrenz durchsetzen kann und den Preiskampf besteht. Steht 2015 tatsächlich wie prognostiziert ein operativer Gewinn von 75 Millionen Euro, ist die Aktie derzeit mit einer Marktkapitalisierung von rund 230 Millionen Euro massiv unterbewertet. Ob das Management sein Versprechen einhalten kann, bleibt fraglich.

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