Nordex
- Norbert Sesselmann - Redakteur

Nordex-Konkurrent Vestas: Horrorzahlen

Der dänische Windanlagenhersteller Vestas hat das Vertrauen des Marktes erneut schwer erschüttert. Der Verlust in den ersten drei Monate ist deutlich höher ausgefallen als von Experten erwartet. Zwar verspricht Vestas in diesem Jahr Gewinne. Anleger glauben nicht daran. Die Aktie verliert erneut zweistellig.

Bei Vestas reißt die Serie der Hiobsbotschaften nicht ab. In den ersten drei Monaten ist der Windanlagenhersteller deutlich in die Verlustzone gerutscht. Der Verlust vor Zinsen und Steuern (EBIT) lag bei 245 Millionen Euro und damit viermal höher als im gesamten vergangenen Jahr. Der Umsatz legte dagegen leicht auf 1,1 Milliarden Euro zu. Doch auch das war eine herbe Enttäuschung. Experten hatten mit einem Zuwachs auf 1,4 Milliarden Euro gerechnet.

Qualitätsmängel

Doch damit nicht genug. 376 ausgelieferte Windräder des Typs V90-3.0 MW müssen überprüft und möglicherweise noch einmal gewartet werden. Dies werde das Ergebnis mit bis zu 40 Millionen Euro belasten. Auch bei der Entwicklung neuer Produkte in den USA kommen die Dänen nur schleppend voran.

Ausblick bestätigt

Aufgrund der schlechten Nachrichten verwundert es schon sehr, dass Vestas an seiner Prognose festhält. Demnach soll der Umsatz im laufenden Jahr auf 6,5 bis 8,0 Milliarden Euro steigern. Das wäre eine deutliche Steigerung gegenüber dem Vorjahr, in dem die Dänen 5,84 Milliarden Euro umgesetzt hatten. Sogar schwarze Zahlen sollen geschrieben werden. Hierbei soll ein umfangreiches Sparprogramm helfen.

Vertrauen zerstört - Aktie meiden

Das Gewinn-Versprechen stößt bei den Anlegern auf taube Ohren. Kein Wunder, hat das Vestas-Management zuletzt durch falsche Einschätzungen viel Vertrauen zerstört. Anleger sollten das Papier weiterhin meiden. Der Chartverlauf verrät eigentlich schon, wie schlecht es bei Vestas läuft. Seit Juni 2008 hat die Aktie über 90 Prozent an Wert verloren. Das Stichwort für den Kurssturz lautet: Überkapazitäten. Daran wird sich in naher Zukunft nicht viel ändern.

Sie wollen mehr über den Windanlagenhersteller Vestas erfahren: Das DAF hat das Thema im Small- und Midcap Report aufgegriffen. Hier der Link:

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