Nordex
- Norbert Sesselmann - Redakteur

Nordex-Aktie: Luft nach unten

Vestas minus 95 Prozent, Nordex minus 92 Prozent – mit Windaktien haben Anleger in den letzten vier Jahren viel bluten müssen. Und eine Besserung ist vorerst nicht in Sicht. Massive Überkapazitäten und die Billigkonkurrenz aus China lassen die Margen schrumpfen. Nordex dürfte weiter die Luft ausgehen.

Sie klingt so schön, die Geschichte vom umweltfreundlichen Strom aus Wind. Doch für die westlichen Hersteller von Windkraftanlagen ist das Märchen zum Kampf gegen Windmühlen geworden. Vestas, Nordex und Co ringen mit einem rasanten Preisverfall. Allein in den vergangenen beiden Jahren sind die Preise um rund 25 Prozent gefallen

Überkapazitäten   

In der Hoffnung auf eine Fortsetzung des dynamischen Wachstums haben viele Anbieter die Kapazitäten massiv ausgeweitet. Zudem drängen, wie in der Solarindustrie, zunehmend chinesische Anbieter auf den Markt. Diese können zwar technologisch nicht mithalten, locken dafür aber mit Kampfpreisen, die zum Teil sogar von Chinas Regierung gestützt sind. Laut einer Studie der Managementberatung Oliver Wyman kämpft die Windenergiebranche mittlerweile mit Überkapazitäten von 25 bis 40 Prozent. Mit einer Entspannung ist laut der Expertenstudie erst ab 2015 zu rechnen.

Mini-Margen und Rekordverluste

Durch den Preisverfall ist die Profitabilität drastisch gesunken. Im Schnitt beliefen sich die EBIT-Margen der großen Windkraftkonzerne im vergangenen Jahr nur noch auf 1,4 Prozent. Besonders hart trifft das den norddeutschen Hersteller Nordex, denn der Konzern fährt ohnehin bereits seit Jahren unterdurchschnittliche Margen ein und ist 2011 bereits in die Verlustzone gerutscht. Unter dem Strich blieb ein Minus von fast 50 Millionen Euro. Im ersten Halbjahr 2012 hat Nordex bereits wieder einen Verlust von 23,3 Millionen Euro verbucht.

Weiter ein Short

Überkapazitäten, Preisverfall, Billigkonkurrenz aus China: Nordex wird auch in den kommenden Jahren vor enormen Herausforderungen stehen. DER AKTIONÄR hat Nordex in Ausgabe 39/12 als Short der Woche vorgestellt, da die Aktie reif für eine Korrektur bis 2,50 Euro ist. Anleger halten daher am Mini-Short der DZ Bank mit der WKN DZ8 RZS fest.

Artikel kommentieren:

Um einen Kommentar zu schreiben, müssen Sie eingeloggt sein.
Sie besitzen noch kein Login? Dann registrieren Sie sich kostenfrei.

  • Es sind noch keine Kommentare vorhanden.

Videos zum Thema:

Der Aktionär TV

Mehr zum Thema: