Nordex
- Werner Sperber - Redakteur

Nordex: Pfeif’ jetzt auf den Milliardenmarkt; Börsenwelt Presseschau IV

Die Fachleute der Euro am Sonntag erklären, die auf Windkraftanlagen spezialisierte Firma Nordex SE hat sich zu einem Vorzeige-Unternehmen entwickelt, nachdem Dr. Jürgen Zeschky im März 2012 den Vorstandsvorsitz übernommen hat. Eine große Änderung Dr. Zeschkys war der Ausstieg aus dem Geschäft mit Windkrafträdern vor der Küste (Offshore-Windkrafträder). Analysten schätzen, der Umsatz dürfte im laufenden Jahr um zehn Prozent auf 1,9 Milliarden Euro und der Gewinn um mehr als 60 Prozent auf 65 Millionen Euro steigen. Im Nächsten Jahr soll der Nettoertrag auf 80 Millionen Euro erhöht werden. Angesichts dieses Wachstums und eines KGV von 24 für das laufende Jahr kann der Aktienkurs zulegen.

Immer wieder auftauchenden Übernahmegerüchten erteilt Dr. Zeschky eher eine Absage: "Wir sind grundsätzlich bereit, mit allen zu reden, die mit guten Ideen kommen. Aber (…) hier steht auch nirgendwo ein Schild ‚Zu verkaufen’. Die Übernahmespekulationen begleiten die Firma von Beginn an, aber wir fühlen uns auch sehr wohl allein. Dass das erfolgreich geht, zeigen die vergangenen Jahre. Der Hauptaktionär, die Familie Klatten, hat gerade in schwierigen Zeiten zu uns gestanden. Das war sehr wichtig. Das hat viel Vertrauen bei den Geschäftspartnern geschaffen. Unser Hauptaktionär verhält sich wie ein Familienunternehmen. Es geht um langfristige Wertsteigerung."

Geld für die Entwicklung neuer Produkte und in die Erschließung neuer Märkte zu investieren hat für Dr. Zeschky noch Vorrang vor einer Dividendenzahlung, obwohl der Vorstand auch über eine Ausschüttung nachdenke. Dazu müsse sich jedoch das Wachstum normalisieren, also keine verhältnismäßig hohen wachstumsbedingten Investitionen mehr nötig sein sowie der Cashflow eine Dividende erlauben. Außerdem muss dann klar sein, dass der Konzern langfristig eine Ausschüttung vornehmen kann. Dazu sei eine stabile Basis nötig, welche die Nordex SE noch nicht habe.

Obwohl das Geschäft mit Offshore-Windparks sehr gut läuft und einen Milliardenmarkt darstellt, ist Dr. Zeschky überzeugt, dauerhaft auch ohne gut zu fahren: "Der Offshore-Markt macht weniger als zehn Prozent aller Windkraft-Installationen weltweit aus. das Geschäft ist kapitalintensiv, damit risikoreicher und verlängert die Geschäftsbilanz. Das können die Großen besser. Wir sehen, dass sich die Windkraft an Land ebenfalls sehr stark entwickelt. Das gilt weltweit und nicht nur für einzelne Länder. Das ist die kostengünstigste erneuerbare Energiequelle. Sie ist das Rückgrat der Energiewende in vielen internationalen Märkten. Es gibt viele Beispiele, wie sie den Strompreis drückt. Offshore ist dagegen doppelt so teuer und wird noch lange erheblich mehr kosten."

Was das weltweite Geschäft betrifft, bleibt Deutschland einer der wichtigsten Märkte. In der Volksrepublik China gebe es auf absehbare Zeit keine Chance, Windkrafträder profitabel zu verkaufen. Die Dynamik in diesem schwierigen Markt lasse mittelfristig nach. Nordex kauft dort lediglich viele Teile zu. Aufgrund des im Vergleich zur Solarenergie logistisch höheren Aufwands sowie der höheren Wertschöpfung im Heimatmarkt bleiben die chinesischen Windkraft-Konzerne allerdings auch auf eben diesem Heimatmarkt. Es gebe selten chinesische Wettbewerber für Nordex. Der Konzern habe 20 Länder identifiziert, in denen die Windkraft stark wächst. Das sind Länder in Europa, Afrika, Lateinamerika und Asien und das würden auch weiter wichtige Märkte bleiben.

Das Kursziel beträgt 23 Euro und der Stop-Loss sollte bei 14,50 Euro gesetzt werden.

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