Nokia
von Martin Weiß - stellv. Chefredakteur

Nokia: Was uns die Geschichte lehrt

Nokia bleibt ein ganz heißes Eisen. Am Dienstag überspringt das Papier die 3-Euro-Marke und hat jetzt einen wichtigen Widerstand direkt vor der Nase. Gelingt der Break, ist der Weg nach oben frei. Anleger sollten trotzdem vorsichtig sein.

Die Hoffnung auf einen Turnaround treibt die Nokia-Aktie seit Wochen immer weiter in die Höhe. Am Dienstag notiert das Papier des einstmals größten Handyherstellers weltweit bei 3,05 Euro, ein Plus von knapp drei Prozent gegenüber dem Vortagesschluss. Auf Sicht von fünf Monaten beträgt der Zuwachs 129 Prozent.

Eine Wette, mehr nicht

Was Anleger angesichts der jüngsten Rallye möglicherweise übersehen: Nokia ist eine Spekulation. Mit dem Windows-Smartphone Lumia 920 ist den schlingernden Finnen ohne Frage ein Treffer gelungen. Das Gerät hat gute Kritiken bekommen und war in vielen Ländern schon kurz nach dem Verkaufsstart ausverkauft.

ABER: Eine Garantie, dass sich Nokia tatsächlich als dritte Macht im Smartphonesegment etabliert - neben Samsung/Android und Apple/iOS - ist das nicht.

Das zeigt auch die Geschichte. Erinnern Sie sich noch an Palm? Der US-Konzern hat mit dem Palmpilot quasi den Urahn heutiger Smartphones erschaffen. Doch das reichte nicht. Als es schon zu spät schien, riss das Management das Ruder mit Macht herum, kündigte mit webOS ein neues Betriebssystem an und zauberte zudem ein eigenes Smartphone aus dem Hut.

Aus der Geschichte lernen

Die Aktie von Palm explodierte regelrecht, kletterte binnen sechs Monaten bis Mitte 2009 von 2,00 Dollar auf 16,50 Dollar. Weitere neun Monate später betrug der Kurs noch 3,71 Dollar. Letztendlich wurde Palm von Hewlett-Packard für kleines Geld gekauft und verschwand anschließend in der Versenkung.

Die Parallelen zwischen Palm und Nokia (und auch Research in Motion) sind unübersehbar. Anleger sollten sich bewusst machen, dass das Risiko, das beide Unternehmen letztlich scheitern deutlich mehr als 50 Prozent beträgt.

DER AKTIONÄR rät die Welle zu reiten, solange sie dauert. Positionen sollten klein gehalten werden.

| Thomas Bergmann | 0 Kommentare

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