Nokia
- Nikolas Kessler - Redakteur

Nokia: Navi-Sparte vor Verkauf an Audi, BMW und Daimler

Im Bieterwettstreit um den Navigationsdienst Nokia Here haben die deutschen Autobauer Audi, BMW und Daimler offenbar den Zuschlag bekommen – und müssen dabei deutlich weniger auf den Tisch legen, als von Experten erwartet. Noch im Juli soll der Verkauf unter Dach und Fach gebracht werden.

Wie das Manager Magazin in seiner August-Ausgabe berichtet, bezahlt das Konsortium der deutschen Autobauer rund 2,5 Milliarden Euro für Nokias Kartendienst. Dies entspricht dem Buchwert der Sparte, Experten hatten den Wert im Vorfeld allerdings auf bis zu vier Milliarden Euro beziffert.

Neben den Autobauern hatten zunächst auch der Fahrdienstvermittler Uber, der Internetriese Facebook und weitere Investoren aus China und den USA ihr Interesse bekundet. Dem Bericht zufolge hätten sich die übrigen Interessenten aber aus dem Verkaufsprozess zurückgezogen. Weder die Audi, BMW und Daimler, noch Nokia wollten sich bisher äußern.

Daten für das Auto der Zukunft

Für die Autobauer sind aktuelle Navigationsdaten unerlässlich, um fortschrittliche Assistenzsysteme bis hin zu autonomen Fahrzeugen entwickeln zu können. Mit einem eigenen Kartendienst wollen sie die Abhängigkeit von Anbieteren wie Google reduzieren. Aus diesem Grund hatten sich die die deutschen Premium-Marken seit längerem um die Übernahme von Nokia Here bemüht.

Nokia selbst hatte die Navi-Sparte im Zuge des Konzernumbaus zur Disposition gestellt. Nokia-Chef Rajeev baut den ehemaligen Handy-Weltmarktführer derzeit zum reinen Telekom-Ausrüster um. Dazu will er den französisch-amerikanischen Rivalen Alcatel-Lucent für einen Milliardenbetrag übernehmen. Auch ein Wiedereinstieg in das Geschäft mit Mobiltelefonen ist im Gespräch.

 

Mehr erhofft

Experten hatten den Wert der Sparte deutlich höher taxiert, entsprechend enttäuscht haben sich die Anleger in einer ersten Reaktion gezeigt. Die Nokia-Aktie hat ihre Verluste am Dienstag ausgebaut, auch die charttechnische Situation droht sich nun wieder einzutrüben.

(mit Material von dpa-AFX)

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