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Noch Luft nach oben

Trotz einiger Gewinnmitnahmen ist der Börsenstart des Münchener Triebwerkherstellers MTU erfolgreich verlaufen. Das Papier notiert nach dem ersten Handelstag leicht über dem Ausgabepreis von 21 Euro. Experten zufolge ist bei MTU mittelfristig noch weiteres Aufwärtspotenzial vorhanden.

Trotz einiger Gewinnmitnahmen ist der Börsenstart des Münchener Triebwerkherstellers MTU erfolgreich verlaufen. Das Papier notiert nach dem ersten Handelstag leicht über dem Ausgabepreis von 21 Euro. Experten zufolge ist bei MTU mittelfristig noch weiteres Aufwärtspotenzial vorhanden.

Von Stefan Eichner

Na bitte! Ein weiterer Börsengang in Deutschland ist erfolgreich über die Bühne gegangen. Der erste Preis für die Aktien der MTU Aero Engines Holding AG, die mit 21 Euro am oberen Ende der Bookbuilding-Spanne ausgegeben wurden, wurde gestern morgen nach 21-minütigem Handel mit 21,89 Euro festgesetzt. Zwar nahmen einige Anleger Zeichnungsgewinne mit, nichtsdestotrotz notierte das Papier zu Handelsschluss mit 21,11 Euro noch leicht über dem Ausgabekurs.

Hohe Nachfrage im Vorfeld

Dass der MTU-Börsengang nicht floppen würde, stand im Prinzip bereits Ende vergangener Woche fest. Das Aktienangebot (insgesamt 35,65 Millionen Stück) war am unteren Ende des Bookbuildings bei 19 Euro zehnfach, am oberen Limit bei 22 Euro immerhin noch vierfach überzeichnet. Beim Ausgabekurs von 21 Euro überstieg die Nachfrage das Angebot um das Siebenfache.

Die Investoren kommen vornehmlich aus Europa. Wie Dow Jones Newswires unter Berufung auf "dem Bankenkonsortium nahe stehende Person" berichtete, gingen 24 Prozent der MTU-Aktien nach Großbritannien, gefolgt von Frankreich mit rund zehn Prozent. 15 Prozent teilen sich andere europäische Länder, 13 Prozent der Investoren kommen aus den USA. Einer offiziellen Mitteilung zufolge entfallen 21 Prozent der platzierten Aktien auf deutsche institutionelle Investoren, 17 Prozent auf deutsche Privatanleger.

Banker sehen weiteres Potenzial

Zunächst einmal werden sich die frischgebackenen MTU-Investoren auf die Dividende konzentrieren, schließlich stellten die Konsortialführer bereits zu Beginn der Zeichnungsfrist eine Ausschüttung von rund 0,70 Euro je Aktie in Aussicht. Abgesehen davon schlummert Experten zufolge noch einiges an Kurspotenzial in der MTU-Aktie.

Wie UBS-Investmentbanker Mark Pohlmann zur Nachrichtenagentur Dow Jones Newswires sagte, habe das Papier "rein rechnerisch" noch zehn bis 20 Prozent Kurspotenzial. Allerdings sei ein Steilflug der MTU-Aktie nicht zu erwarten, vielmehr eine "langsame, stetige Aufwärtsbewegung".

Zufriedener Vorstand

MTU-Vorstandchef Udo Stark schließt sich der Meinung des Bankers gerne an. Stark setzt ebenso auf einen "kontinuierlichen Schub", der den Aktienkurs weiter nach oben hieven soll. Insgesamt ist der Unternehmenslenker zufrieden: "Der Börsengang der MTU Aero Engines ist erfolgreich verlaufen. Die mehr als siebenfache Überzeichnung, die Qualität des Orderbuchs und das Feedback auf unserer Roadshow sind ein Beweis für das Vertrauen, das uns der Kapitalmarkt entgegen bringt", hieß es heute in einer Pressemitteilung.

Der MTU-Börsengang war mit einem Emissionserlös von 748,7 Millionen Euro der zeitgrößte in diesem Jahr nach dem IPO des Bezahlsenders Premiere. Dieser hatte seinerzeit rund 1,2 Milliarden Euro erlöst.

 

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