TecDAX
- DER AKTIONÄR

Noch lange nicht k. o.

Klassischer Fehlstart – so nennt man das wohl, wenn ein Aktienindex wie der TecDAX mit einem zweistelligen Minus ins neue Börsenjahr startet. Sind damit die Hoffnungen, dass das deutsche Technologiesegment die positive Kursentwicklung seit 2003 fortsetzt, zunichte gemacht?

Der TecDAX startete mit einem deutlichen Minus ins neue Jahr. Wie geht es mit dem Technolgieindex weiter, welche Aktien sind nach dem herben Rückschlag ein Kauf?

Klassischer Fehlstart – so nennt man das wohl, wenn ein Aktienindex wie der TecDAX mit einem zweistelligen Minus ins neue Börsenjahr startet. Sind damit die Hoffnungen, dass das deutsche Technologiesegment die positive Kursentwicklung seit 2003 fortsetzt, zunichte gemacht?

Ein großes Manko des TecDAX ist die hohe Gewichtung von Solarunternehmen. Die sechs Solarfirmen bilden immerhin ein Viertel des Auswahlindex ab. Angesichts der starken Performance im letzten Jahr sind diese Aktien besonders anfällig für Gewinnmitnahmen – umso mehr, wenn es wie in der letzten Woche am gesamten Aktienmarkt turbulent zugeht.
Kühlen Kopf bewahren heißt es da, denn jede Korrektur birgt auch die Chance, Top-Aktien zu Ausverkaufskursen kaufen zu können. Und von mehr als einer Korrektur kann derzeit nicht die Rede sein, der langfristige Aufwärtstrend beim TecDAX ist intakt (siehe Chart).
Heftige Konsolidierungen wie zuletzt sind zudem immer eine lukrative Spielwiese für Short-Seller. Die Folge: Erholungsbewegungen fallen umso heftiger aus, je mehr „Shorties“ aktiv sind und Positionen eindecken müssen.

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Q-Cells: Nachfrage boomt 2008

Das dürfte auch bei Solaraktien wie Q-Cells der Fall sein, die mit Einbußen im zweistelligen Prozentbereich die Verliererlisten mit anführt. Ein Engagement bei Q-Cells hat aktuell mehrere Reize. Bei jeder Kurserholung könnte ein „Short-Squeeze“ einsetzen – eine durch Short-Eindeckungen ausgelöste dynamische Aufwärtsbewegung.
Zusätzlich steht die Solarbranche 2008 vor einem weiteren Boomjahr, was Q-Cells weitere Impulse verleihen dürfte. Da die Einspeisevergütung für Solarstrom im Rahmen des EEG 2009 um neun Prozent gesenkt wird, ist davon auszugehen, dass es 2008 zu einem Nachfrageschub kommen wird. Begehrlichkeiten bei Q-Cells könnte außerdem der geplante Börsengang der 21-prozentigen Tochter EverQ – ein Gemeinschaftsunternehmen mit REC und Evergreen Solar – wecken. Das IPO dürfte je nach Marktumfeld Ende 2008 oder Anfang 2009 stattfinden.

Wirecard: Hohes Wachstumstempo

Wie bei Q-Cells dürfte auch bei Wirecard das Wachstumstempo hoch bleiben. Das Shoppen über das Internet wird immer beliebter. Laut Forrester Research wächst der E-Commerce-Markt bis 2011 mit durchschnittlich 21 Prozent – brilliante Aussichten für den Spezialisten für Online-Zahlungssysteme.
Es ist davon auszugehen, dass Wirecard versucht, durch Zukäufe das Wachstum zu beschleunigen. Wie mit dem Kauf von Trustpay im Oktober 2007. Vor allem kleinere Anbieter in Europa und Asien dürften dabei im Vordergrund stehen. Das Kapital dafür stünde dank der im November 2007 durchgeführten Kapitalerhöhung über 23 Millionen Euro bereit. Das ohnehin schon stattliche Gewinnwachstum von 60 Prozent könnte sich dadurch noch beschleunigen.

Fazit

Aber nicht nur der Handel im Internet floriert. Entertainment ist ein wichtiges Element. Musik- und Videodownloads, Internetfernsehen und Portale wie Youtube.com benötigen gigantische Netzkapazitäten. Studien belegen, dass es vor allem wegen Videodownload-Diensten wie Youtube.com in wenigen Jahren eng auf der Datenautobahn wird. Um die bisherige Qualität zu bewahren, kommen die Netz- und Netzwerkbetreiber nicht umhin, ihre Infrastruktur deutlich aufzurüsten.
Gute Perspektiven für den Netzwerkausrüster Adva, der 2007 die Anleger mit einer Umsatz- und Gewinnwarnung negativ überraschte. Die Verunsicherung der Anleger ist am Chartbild der Aktie ablesbar. Dennoch spricht derzeit einiges für die Aktie: Die Technologiebeteiligungsgesellschaft Egora hat im Volumen von einer halben Million Euro Adva-Aktien gekauft. Chef von Egora ist Eric Protiva, der Vater von Adva-Vorstandschef Brian Protiva.
Zudem erwarten die Analysten im laufenden Jahr wieder einen Gewinn je Aktie von 0,18 Euro, nachdem für 2007 maximal eine rote Null in den Büchern stehen dürfte.

Adva ist klar das risikoreichste Investment des vorgestellten Trios. Da das Unternehmen auch als Übernahmekandidat gilt, winken hier aber große Chancen. Mit einem KGV von 17 ist Wirecard angesichts hoher zweistelliger Wachstumsraten günstig bewertet. Q-Cells ist wie alle Solarwerte nicht billig, hier stimmen aber die Qualität und die Wachstumsaussichten.

Erschienen in DER AKTIONÄR Ausgabe 05/2008.

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