Tesla
- Florian Söllner - Leitender Redakteur

Noch 36 Stunden: Geht das Model Y „durch die Decke“ und toppt das Tesla Model 3?

Am 14. März, in deutscher Zeit am 15. März um 4 Uhr früh, ist es so weit, das von Kunden heiß ersehnte Model Y wird in Los Angeles vorgestellt. Damit wird das Projekt S3XY, nach dem Model S, Model 3 und Model X, mit dem Model Y vollendet. Bis das erste Auto allerdings aus der Fabrik rollt, dauert es noch ein paar Monate. Frühester Beginn für die Fertigung des Model Y ist für das Jahr 2020 angesetzt. Ausser Teasern, gibt es noch wenige Details, die über das Model Y bekannt sind. Mit einem Tweet von Elon Musk werden die Vorstellungen aber schon etwas konkreter: „Model Y, ist ein SUV und es ist rund 10 Prozent größer als Model 3, weshalb es auch 10 Prozent mehr kosten wird und etwas weniger Reichweite mit der gleichen Batterie hat.“ In einem neuen Kommentar sieht dies WSJ „kritisch“, da die höheren Preise den Plan von Tesla, den Fokus von Luxus auf Masse zu legen, erschwere.

Der Preis für die billigste Variante des SUV’s, wird also bei mindestens 40.000 Euro liegen, mit einer Reichweite von ca. 380 Kilometer. Damit ist das Model Y direkt im Fight mit dem Audi Q4, der zwischen 40.000 und 45.000 Euro kosten und auch 2020 in den Markt kommen soll. Insgesamt wird das Model Y, abgesehen vom Design, große Ähnlichkeiten zum Model 3 haben, da laut Musk-Plänen 75 Prozent der einzelnen Komponenten der beiden Modelle übereinstimmen. Ähnliches wurde bereits für den Model-S-Bruder Model X geplant, was aber am Ende nicht in nennenswertem Umfang realisiert werden konnte.

Wie das Model 3 (siehe Video) wird auch das Model Y dem Fahrer Spaß machen. Die Beschleunigung von 0-100 km/h wird ähnlich wie beim Model 3 etwas unter 4 Sekunden liegen und die Höchstgeschwindigkeit der billigsten Version geschätzt bei 210 km/h. Flügeltüren sind unwahrscheinlich, da diese höhere Kosten wie beim Model X verursachen würden – was Elon Musk später als großen Fehler bezeichnet hatte. Was für eine Kostensenkung sorgen dürfte, ist die Reduktion der Kabellänge im Auto um 90 Prozent, auf eine Länge von 150 Meter. Trotz größerer Probleme mit der automatisierten Fertigung beim Model 3 (siehe Grafik), setzt Tesla weiterhin auf eine Großzahl von Robotern im Fertigungsprozess. Musk selbst spricht sogar von einer „Fertigungsrevolution“.

Stellt das Model Y das Model 3 in den Schatten?

Der Tesla CEO erwartete für das Model 3 eine potentielle Nachfrage von "700.000 bis 800.000 pro Jahr, in einer Rezession vielleicht nur 500,000". Aktuell hält er sich aufgrund einer SEC-Untersuchung jedoch mit solchen Aussagen zurück. Für das Model Y soll die Nachfrage, nach älteren Aussagen, ungefähr doppelt so groß sein, was mindestens einer Million Autos pro Jahr entsprechen würde. Da es sich um einen SUV handelt, spricht es vor allem die Käufer aus den USA an, die sich immer mehr von den Limousinen verabschieden und auf SUV’s überspringen. Auch Michelle Krebs, Analystin für AutoTrader, ist der Meinung, dass einer der Gründe, warum Elektroautos noch nicht durch die Decke gegangen sind, ist, dass es die meisten davon nur als Limousine gibt.

Was die Nachfrage für Tesla allerdings in den USA erschüttern könnte, ist die Reduzierung der Zuschüsse durch die Regierung pro verkauften Auto. Nachdem Tesla die 200.000 Marke in den USA geknackt hat, wurden die Zuschüsse ab den 1. Januar 2019 von 7.500 US-Dollar auf 3.750 US-Dollar halbiert. Ob es eine ähnliche Euphorie für das Model Y geben wird, wie wir es 2016 beim Model 3 gesehen haben, ist nicht auszuschließen. Die Konkurrenz wird härter – doch wie der AKTIONÄR wird auch diese gebannt das spannende Enthüllungs-Event in 36 Stunden verfolgen.

Was bedeutet das für die Aktie?

Bisher springen die Anleger noch nicht auf den Hype-Zug um das Model Y auf. In den letzten Wochen ist man immer wieder an der 320 Dollar Marke abgeprallt. Durch eine gute Vorstellung des Model Y und einem noch überzeugenderen Produkt, könnte man die 320 Dollar Marke womöglich endlich brechen und ein Kaufsignal auslösen.

Mehr zu den Chancen aber auch den Risiken der hoch bewerteten Aktie ab heute im neuen AKTIONÄR.

 

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