Lonrho PLC
- DER AKTIONÄR

Neustart für Traditionsgesellschaft

Auf ihrer Suche nach Rendite schauen britische Hedgefondsmanager verstärkt auf die weniger erschlossenen Teile Afrikas. Doch während es bereits zahlreiche Investmentmöglichkeiten in Südafrika gibt, stehen für Länder wie Mosambik, Kenia oder Tansania nur eine handvoll Anlagevehikel zur Verfügung. So exotisch die Länder klingen, so ungewöhnlich sind einige der Investmentchancen.

Mit neuer Vision und noch mehr Tatkraft haucht David Lenigas der Aktie von Lonrho Africa wieder Leben ein.

Auf ihrer Suche nach Rendite schauen britische Hedgefondsmanager verstärkt auf die weniger erschlossenen Teile Afrikas. Doch während es bereits zahlreiche Investmentmöglichkeiten in Südafrika gibt, stehen für Länder wie Mosambik, Kenia oder Tansania nur eine handvoll Anlagevehikel zur Verfügung.

Wachsendes Medieninteresse

So exotisch die Länder klingen, so ungewöhnlich sind einige der Investmentchancen. Ausgerechnet die Börse im Staat Simbabwe war in den ersten neun Monaten dieses Jahres einer der größten Renditebringer des Kontinents. Während dort die Schreckensherrschaft von Präsident Robert Mugabe für Schlagzeilen sorgt, steigen die Aktienpreise der Börse in der Hauptstadt Harare. Auf Dollar-Basis sind die Notierungen seit Jahresanfang um rund 85 Prozent gestiegen.

Solche Chancen zu erkennen und zu nutzen ist die Spezialität von Lonrho Africa, einer am Londoner Alternative Investment Market AIM gelisteten, derzeit noch winzigen Beteiligungsholding. Das Unternehmen war eines der Kernstücke des umstrittenen britischen Unternehmers Tiny Rowland. Der frühere Gigant der britischen Unternehmerszene war während der 1960er- Jahre mit zahlreichen afrikanischen Despoten befreundet und hat ebenso glänzende wie umstrittene Geschäfte mit ihnen gemacht. Lonrho Africa ist die Restgesellschaft, die 1998 nach Rowlands Tod bei der Aufspaltung der afrikanischen Beteiligungen übrig blieb. Im Dezember 2005 übernahm David Lenigas mit neuer Vision das Ruder – ein Mann, der mit Rohstoffunternehmen in Australien zu Vermögen gekommen ist. Im Sinne des ursprünglichen Unternehmenszwecks wird sich Lenigas dabei auf wenig entwickelte Märkte Afrikas konzentrieren.

Anbruch einer neuen Ära

Damit ist neues Leben in die Aktie gekommen – seit dem Einstieg von Lenigas hat sich der Kurs in etwa verdoppelt. Lonrho Africa hat sich an einem Uranprojekt im Kongo, einer Diamantenmine in Südafrika und einer pan-afrikanischen Fluglinie beteiligt. Zudem strebt Lenigas Projekte in den Bereichen Öl und Gas, Luxushotels, Infrastruktur und Tourismus an, getrieben von der Vision, dass Afrika nach jahrzehntelangen Krisen an der Schwelle einer neuen Ära steht. Dauerhaft hohe Rohstoffpreise und das Interesse chinesischer Investoren würden dem Kontinent einen anhaltenden Entwicklungsschub bringen.

Beweis steht noch aus

Lenigas muss noch beweisen, dass er ein talentierter Dealmaker ist. Angesichts der gegebenen Probleme in Afrika, wie Korruption und mangelnde Energieversorgung, ist dies keine leichte Aufgabe. Sicher ist jedoch, dass britische Geldverwalter Lenigas aufmerksam zuschauen werden. Erweisen sich seine ersten Transaktionen als Erfolg, könnte er in der Londoner City kräftig Kapital einsammeln und Lonrho zu alter Stärke zurückführen.

Erschienen in DER AKTIONÄR Ausgabe 48/2006.

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