Fortescue Metals Group Ltd.
- DER AKTIONÄR

Neuer Gigant

Andrew Forrest hat Großes vor. Mit seiner Minengesellschaft Fortescue Metals Group will er den Platzhirschen der Branche, Companhia Vale do Rio Doce (CVRD), BHP Billiton und Rio Tinto, Konkurrenz machen. Spätestens ab 2008 soll Fortescue im Norden Australiens Eisenerz abbauen – und das in beeindruckenden Dimensionen. Einer aktuellen Studie von BBY Limited zufolge soll sich die Jahresproduktion bei Fortescue im Jahr 2008 auf sieben Millionen Tonnen belaufen.

Mit einer Jahresproduktion von 41 Millionen Tonnen wird Fortescue 2010 zum viertgrößten Eisenerzproduzenten weltweit aufsteigen. In Deutschland ist das Unternehmen noch nahezu unbekannt.

Andrew Forrest hat Großes vor. Mit seiner Minengesellschaft Fortescue Metals Group will er den Platzhirschen der Branche, Companhia Vale do Rio Doce (CVRD), BHP Billiton und Rio Tinto, Konkurrenz machen. Spätestens ab 2008 soll Fortescue im Norden Australiens Eisenerz abbauen – und das in beeindruckenden Dimensionen. Einer aktuellen Studie von BBY Limited zufolge soll sich die Jahresproduktion bei Fortescue im Jahr 2008 auf sieben Millionen Tonnen, 2009 auf 35 Millionen Tonnen, 2010 auf 41 Millionen Tonnen und 2011 auf 46 Millionen Tonnen Eisenerz belaufen. Zum Vergleich: Der brasilianische Traditionskonzern CVRD liegt derzeit bei einer Eisenerzjahresproduktion von etwa 240 Millionen Tonnen, Australiens Branchenführer Rio Tinto kommt auf einen Ausstoß von rund 125 Millionen Tonnen und BHP produziert etwa 100 Millionen Tonnen. Damit würde Fortescue nach CVRD, Rio Tinto und BHP spätestens 2010 zum viertgrößten Eisenerzproduzenten weltweit avancieren, da die derzeit dort platzierte schwedische Gesellschaft LKAB nur auf eine Jahresproduktion von circa 35 Millionen Tonnen kommt.

Andrew Forrest – "Vater" von Fortescue

Gegründet wurde Fortescue von Andrew Forrest. Der charismatische Geschäftsmann gehört nach einer Schätzung von Forbes mit einem Nettovermögen von etwa 400 Millionen Australische Dollar zu den 40 reichsten Menschen in Australien und Neuseeland. Nach James Packer, der mit einem Vermögen von über fünf Milliarden Australische Dollar die Liste der Superreichen im ozeanischen Raum anführt, ist er mit 44 Jahren zudem auch der zweitjüngste. Mit 47 Prozent ist Andrew Forrest zugleich auch der größte Anteilseigner von Fortescue. Allein diese Beteiligung ist derzeit mehr als eine Milliarde Australische Dollar wert. Andrew Forrest ist kein Unbekannter in der Minen- und Börsenbranche. Bereits in den 90er-Jahren tauchte sein Name am Aktienmarkt auf, als er das Rohstoffunternehmen Anacondo Nickel gründete. Dieses wurde 2003 in Minara Resources unbenannt und präsentiert sich heute als mittelgroßer Nickelproduzent mit hervorragendem Wachstumspotenzial. In Börsenkreisen wird Minara zudem als Übernahmekandidat gehandelt. Doch all das dürfte Andrew Forrest nur noch am Rande interessieren, denn nach Streitigkeiten mit den damaligen Großaktionären von Anaconda, Glencore und Anglo American, verließ er 2002 die Gesellschaft und machte sich, nun um einige Erfahrungen reicher, an den Aufbau von Fortescue.

Die Minen von Fortescue liegen in der unter Bergfachleuten bekannten Pilbara-Region im Nordwesten Australiens. In direkter Nachbarschaft bauen auch Rio Tinto und BHP Eisenerz ab. Die Nähe zu den beiden Branchenleadern ist allerdings nicht frei von Spannungen. Als Fortescue bei BHP um Erlaubnis fragte, die bei Port Hedland gelegenen Hafenanlagen für die Verschiffung des Eisenerzes benutzen zu dürfen, lehnten die BHP-Leute ab. Daraufhin beschloss Fortescue den Bau eines eigenen Verladehafens – vis à vis zu den Anlagen von BHP. Zudem wurde eine neue, 255 Kilometer lange Eisenbahnstrecke konzipiert, die die Fortescue-Minen direkt mit dem Hafen verbinden wird. Beide Infrastrukturprojekte, die zusammen etwa zwei Milliarden Australische Dollar kosten und den Löwenanteil der gesamten Projektkosten von etwa 2,4 Milliarden Australische Dollar ausmachen werden, sind derzeit im Bau. Sie sollen pünktlich zur Produktionsaufnahme im Jahr 2008 fertiggestellt sein.

Profis steigen ein

Mit Cashkosten von rund zwölf US-Dollar je Tonne gefördertem Eisenerz wird Fortescue zu den am günstigsten produzierenden Eisenerzminen der Welt gehören. Zugleich wird man jedes Jahr bei einem angenommenen Preis für eine Tonne Eisenerz von 46,50 Australische Dollar 1,3 Milliarden Australische Dollar Gewinn (EBITDA) erwirtschaften. (Diese Gewinnschätzung ist jedoch noch recht konservativ, da die aktuellen Eisenerzpreise deutlich höher notieren.) Fortescue verfügt zurzeit über 2,46 Milliarden Tonnen Eisenerzressourcen. 1,05 Milliarden Tonnen davon haben zudem den Status von Reserven. Das Minenleben ist für mindestens 20 Jahre sicher. All diese Zahlen sind in Börsenkreisen auf Gehör gestoßen. So hat sich im Sommer 2006 die Investmentgruppe Leucadia National mit 400 Millionen US-Dollar an Fortescue beteiligt. Leucadia erwarb unter anderem 26,4 Millionen Aktien von Fortescue zu einem Preis von je 15 Australische Dollar. Damit lag der Kaufpreis deutlich über dem aktuellen Börsenkurs. Der Aufschlag zeigt das Vertrauen, das die Leucadia-Leute in Fortescue haben. Mit 3,2 Milliarden Australische Dollar ist die „Kriegskasse“ von Fortescue derzeit gut gefüllt. Alle bis 2008 noch anstehenden Ausgaben für die Projektaufnahme können finanziert werden.

Der Schlüssel für die zukünftige Entwicklung von Fortescue liegt in China. Das Riesenreich wird im Jahr 2010 einer Schätzung der auf Rohstoffe spezialisierten Beratungsgesellschaft AME Mineral Economics nach etwa 400 Millionen Tonnen Eisenerz importieren müssen (siehe Grafik), um die heimische Stahlproduktion am Laufen zu halten. Eine Einfuhr aus dem ozeanischen Raum, speziell aus Australien, liegt da allein schon aus geographischen Gründen nahe, da die Transportwege vergleichsweise kurz sind und deswegen kostengünstiger zu gestalten sind, als etwa ein Import aus Lateinamerika.

Fazit

Mit Fortescue im Depot engagieren sich Anleger in einem sehr jungen und aussichtsreichen Minenunternehmen. Die Gesellschaft dürfte schon in drei Jahren zu den führenden Eisenerzproduzenten weltweit gehören. Umso erstaunlicher ist es, dass Fortescue bisher in Deutschland nahezu unbekannt ist. DER AKTIONÄR empfiehlt das Papier auf dem aktuellen Niveau zum Kauf.

Erschienen in DER AKTIONÄR Ausgabe 02/2007.

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