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In Österreich steht eine der größten Neuemissionen n der Geschichte der Wiener Börse vor der Tür. Sollen Anleger zuschlagen? Im vergangenen Jahr erzielte die Raiffeisen International ein Rekordergebnis, doch die Bestmarken werden im laufenden Jahr erneut getoppt.

In Österreich steht eine der größten Neuemissionen in der Geschichte der Wiener Börse vor der Tür. Sollen Anleger zuschlagen?

Von Nancy Lanzendörfer

Mit einem Emissionsvolumen von bis zu 1,13 Milliarden Euro feiert die Raiffeisen International Bank-Holding AG Ende April eines der größten Börsendebüts in Österreich - genug Geld, um den Wachstumskurs weiter zu forcieren. Denn obwohl der Börsenaspirant schon in 15 Märkten Zentral- und Osteuropas operiert und damit das weiteste Netz aller dort tätigen Banken spannt, hat er noch viel vor.

Kapitalbedarf gedeckt

Raiffeisen International (RI) bündelt ausschließlich die Osteuropa-Aktivitäten der Raiffeisen Zentralbank Österreich AG (RZB), die ihren Anteil an RI durch den Börsengang von 86 auf 70 Prozent reduzieren wird. Insgesamt stammen 16,5 Millionen Anteilscheine aus dem Besitz von Altaktionären. Zusätzlich werden 13,3 Millionen "neue" Aktien sowie weitere 4,47 Millionen Papiere als Mehrzuteilungsoption ausgegeben. Mit der Kapitalerhöhung ist der Geldbedarf für die kommenden drei Jahre für die Osteuropa-Expansion gedeckt - selbst im Fall von Akquisitionen, wie RI-Chef Herbert Stepic betont. Den Kauf der ukrainischen Aval Bank prüft man bereits, schielt aber auch auf die rumänische Sparkasse. Doch auch ohne Akquisitionen soll die Zahl der Kunden bis 2007 von 3,2 Millionen im Jahr 2003 und derzeit fünf Millionen weiter auf 7,5 Millionen steigen. Schließlich ist und bleibt "Zentral- und Osteuropa eine der am schnellsten wachsenden Regionen weltweit. Der Finanzsektor wächst dabei überproportional," so Stepic. "320 Millionen Einwohner werden nachholen, was sie in den Jahrzehnten ohne freien Markt versäumt haben."

Rekordergebnisse vorgelegt, aber…

Mit einem Plus von 44 Prozent auf 29 Milliarden Euro bei der Bilanzsumme und einer Steigerung von 24 Prozent auf 342 Millionen beim Gewinn vor Steuern erzielte Raiffeisen International 2004 Rekordergebnisse. Analysten zufolge soll der Vorsteuergewinn in diesem Jahr aber noch stärker auf 487 Millionen klettern. Der Überschuss wird nach 179 Millionen 2003 und 211 Millionen 2004 von den Analysten der BA-CA 2005 bei 313 Millionen und 2006 bei 390 Millionen Euro gesehen. Damit sind die neuen Aktien mit einem geschätzten 2005er-KGV um 14 bis 15 am oberen Ende der Bookbuildingspanne auf dem Niveau der österreichischen Wettbewerber BA-CA und Erste Bank bewertet, die aber zudem auch im weniger profitablen Heimatmarkt agieren.

Mit Osteuropafantasie

Mit der RI-Aktie kommt ein interessanter Bankentitel mit Osteuropafantasie an die Börse, der zudem schon bald in den österreichischen Leitindex ATX aufgenommen wird - was wiederum indexorientierte Fonds zu Käufen bewegen wird. Anleger in Deutschland können den Wachstumstitel zwar nicht zeichnen, eine erste Position jedoch über die Börse aufbauen.

Artikel aus DER AKTIONÄR (16/05).

 

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