Unocal
- DER AKTIONÄR

Neue Woche, neuer Milliardendeal

Der US-Ölmulti ChevronTexaco kauft den Konkurrenten Unocal für 16,4 Milliarden Dollar in bar und Aktien. Die Amerikaner triumphieren mit ihrem Angebot über die italienische Eni SpA und Chinas National Offshore Oil Corp. Branchenkenner nennen weitere lohnende Übernahmeziele.

Der US-Ölmulti ChevronTexaco kauft den Konkurrenten Unocal für 16,4 Milliarden Dollar in bar und Aktien. Die Amerikaner triumphieren mit ihrem Angebot über die italienische Eni SpA und Chinas National Offshore Oil Corp. Branchenkenner nennen weitere lohnende Übernahmeziele.

Einsparungen in Milliardenhöhe

Der Kaufpreis für den neuntgrößten US-Ölkonzern soll zu 75 Prozent in Aktien und 25 Prozent in bar beglichen werden. Basierend auf dem Schlusskurs vom Freitag (ChevronTexaco) ergibt sich ein Kaufpreis je Unocal-Aktie von 62 Dollar. Die Aktionäre von Unocal können sich entscheiden, ob sie für jeden ihrer Anteile 1,03 Aktien von ChevronTexaco oder aber eine Barafindung in Höhe von 65 Dollar wollen. ChevronTexaco, mit einem letztjährigen Umsatz von 155 Milliarden Dollar und einem Gewinn von 13,3 Milliarden Dollar der zweitgrößte Ölkonzern in den Vereinigten Staaten, wird 210 Millionen neue Aktien ausgeben und zudem vier Milliarden Dollar in bar bezahlen. Rund zwei Milliarden Dollar will das Management nach dem Abschluss der Transaktion durch den Verkauf verschiedener Unternehmenswerte einnehmen. Die jährlichen Einsparungen durch Synergieeffekte und Kostensenkungen werden auf 325 Millionen beziffert.

Startschuss zu einer Fusionswelle?

Für Chevron macht der Deal gleich in mehrfacher Hinsicht Sinn. Der Konzern benötigt nach dem "Seuchenjahr 2004" dringend neue Öl- und Gasquellen und Unocal sitzt auf attraktiven Ressourcen. ChevronTexaco konnte im vergangenen Jahre lediglich 18 Prozent der geförderten Ölmenge durch Neufunde ersetzen. Die Vorkommen von Unocal befinden sich zudem hauptsächlich in Südostasien und damit in unmittelbarer Nähe zu den Wachstumsmonstern Indien und China. Die rasant wachsenden Volkswirtschaften besitzen einen unstillbaren Energiehunger, was in den letzten Jahren zu einer Rallye an den weltweiten Rohstoffmärkten geführt hat. Branchenbeobachter werten den Kauf von Unocal als möglichen Startschuss für eine Übernahmewelle - vor allem mittelgroße Gesellschaften mit nennenswerten Fördermengen Reserven seien attraktiv. In diesem Zusammenhang könnten Unternehmen wie Anadarko Petroleum, Devon Energy und Occidental Petroleum ins Visier von Jägern geraten.

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