SMA Solar
- Alfred Maydorn - Redakteur

Neue Solar-Pleite: Sind auch SMA Solar und Power-One in Gefahr?

Jetzt hat es auch den ersten Hersteller von Wechselrichtern erwischt: Der US-Konzern Satcon musste gestern Insolvenz beantragen. Schrumpfende Margen und zu hohe Schulden hatten diesen Schritt unausweichlich werden lassen. Wie sicher sind die Mitbewerber SMA Solar und Power-One?

Um 77 Prozent stürzte die Aktie von Satcon am Mittwoch an der Heimatbörse in New York ab, nachdem der Konzern Insolvenz anmelden musste. Der Schlusskurs lag bei nur noch 0,07 Dollar, der Börsenwert ist auf 1,5 Millionen Dollar zusammengeschrumpft.

22 Verlustquartale

Satcon befand sich schon länger in finanziellen Schwierigkeiten. Der US-Konzern hatte sich auf Wechselrichter für große Solaranlagen spezialisiert und litt zuletzt unter den fallenden Verkaufspreisen in diesem Segment. Allerdings ist es Satcon auch in den guten Zeiten der Solarbranche nicht gelungen, Gewinne zu erwirtschaften. Satcon musste 22 Quartale in Folge Verluste ausweisen.

Bereits Ende Juni war die Liquidität auf nur noch drei Millionen Dollar zusammengeschmolzen. Demgegenüber standen Schulden von knapp 30 Millionen Dollar. Versuche, frisches Kapital aufzutreiben, scheiterten zu Beginn der Woche.

Einer weniger

Mit Satcon ist ein vergleichsweise kleines Unternehmen aus dem Markt ausgeschieden, das schon seit Jahren mit ernsten Problemen zu kämpfen hatte. Die beiden führenden Anbieter von Wechselrichtern, die deutsche SMA Solar und Power-One aus den USA schreiben nach wie vor schwarze Zahlen, auch wenn sie ebenfalls den zunehmenden Preisdruck zu spüren bekommen.

Angespannte Situation

Solar-Analyst Pavel Molchanov von Raymond James beurteilt die Lage bei den Herstellern von Wechselrichtern mittlerweile ähnlich angespannt wie die bei den Modulherstellern. Allerdings sei bei Wechselrichtern die Konkurrenz aus China im Gegensatz zum Modulgeschäft zu vernachlässigen und die Überkapazitäten seien geringer.

Mit dem Ausscheiden eines, wenn auch kleinen, Mitbewerbers wird sich der eventuell bestehende Angebotsüberhang verringern, was für SMA und Power-One durchaus positiv zu werten ist. Auf jeden Fall stehen beide Unternehmen aufgrund ihrer soliden Margen und ihrer starken Bilanz deutlich besser da, als die insolvente Satcon.

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