- Alfred Maydorn - Redakteur

Neue Solar-Aktie mit über 100 Prozent Kurspotenzial

Ein relativ junges Unternehmen mischt gewaltig den amerikanischen Solarmarkt auf. Innerhalb weniger Jahre ist SolarEdge in den USA zur Nummer 1 bei Wechselrichtern für Solar-Dachanlagen aufgestiegen. Die Aktie ist derzeit günstig zu haben. Entsprechend hoch ist das Kurspotenzial, es beläuft sich auf über 100 Prozent. 

Das Wachstum von SolarEdge (WKN A14QVM) ist geradezu atemberaubend: Im Ende September abgelaufenen ersten Quartal des Geschäftsjahres 2016 legte der Umsatz um 72 Prozent auf 115 Millionen Dollar zu. Der Gewinn hat sich im Vergleich zum Vorjahr auf 16,3 Millionen Dollar sogar fast versechsfacht. 

„SolarEdge liegt immer vorn“

Der Siegeszug von SolarEdge basiert einerseits auf der technischen Überlegenheit der Wechselrichter im Vergleich zu herkömmlichen Stringwechselrichtern. Andererseits sind die Kos­ten gegenüber den Mikrowechselrichtern von Enphase Energy günstiger. SolarEdge verwendet zwar auch Stringwechselrichter, also einen Inverter für eine komplette Dachanlage, stattet aber jedes Modul mit einem Leistungsoptimierer aus. Dieser gleicht Unregelmäßigkeiten durch Verschattungen aus und ermöglicht eine detaillierte Überwachung. 

Kurzum, die SolarEdge-Lösung bietet die gleichen Vorteile wie ein Mikrowechselrichter, ist aber deutlich günstiger. Ein US-Solarinstallateur von AC Solar Bahama sieht es pragmatisch: „Warum wir SolarEdge gegenüber Enphase bevorzugen? SolarEdge kostet weniger, hält länger und liefert mehr Ertrag. Es ist nicht zu vergleichen. SolarEdge liegt immer vorn.“ 

Die HD-Revolution

Aber SolarEdge ruht sich auf seinem Vorsprung nicht aus, sondern hat vor wenigen Wochen einen vollkommen neuen HD-Wave-Wechselrichter vorgestellt, der den gesamten Markt revolutionieren soll. 

Der größte Unterschied zu den bisherigen Geräten: ein noch höherer Wirkungsgrad, der bei 99 Prozent liegen soll. Das bedeutet, dass bei der Umwandlung des Solarstroms in Wechselstrom nur ein Prozent des Stroms verloren geht. Das ist zwar nur geringfügig mehr als die etwa 97 Prozent Wirkungsgrad, die bisherige Wechselrichter durchschnittlich haben. Doch jeder Prozentpunkt mehr ergibt auf das Jahr gerechnet eine bedeutend höhere Stromausbeute. 

„Dramatischer Evolutionsschritt“

SolarEdge bezeichnet seine neuen HD-Wave-Wechselrichter selbst als revolutionär. Lior Handelsman, VP Marketing & Product Strategy und Mitgründer von Solar­Edge, vergleicht sie sogar mit der Ein­führung von Flachbildfernsehern: „Wir glauben, mit der HD-Technologie einen genauso dramatischen Evolutionsschritt für Wechselrichter zu liefern, wie es die Einführung der Flachbildfernseher für die Fernsehindustrie war.“ 

Die neue Technologie sei digital ausgerichtet und komme im Gegensatz zu herkömmlichen Wechselrichtern mit weitaus weniger elektronischen Bauteilen wie Spulen oder Kühlkörpern aus. Dennoch hat SolarEdge eine Möglichkeit gefunden, die bei der Umwandlung entstehende Wärme abzuleiten. Im Vergleich zu den herkömmlichen Wechselrichtern sind die neuen HD-Inverter zudem nur noch halb so groß und auch deutlich leichter. Die HD-Wechselrichter sollen Ende des Jahres auf den Markt kommen und langfristig die herkömmlichen Wechselrichter ablösen, die das Unternehmen bisher im Programm hat. Die Produktion ist bereits angelaufen. 

Starke Partner

Vor allem die Kooperation mit den beiden führenden Solarinstallateuren des Landes, den beiden börsennotierten Solarkonzernen SolarCity und Vivint Solar, zahlt sich für SolarEdge aus. In etwa jede zweite private Solaranlage in den USA wird von einem der beiden Unternehmen finanziert und aufs Dach geschraubt. 

Kooperation mit Tesla

Eine weitere Kooperation eröffnet dem Unternehmen zudem völlig neue Wachstumsmöglichkeiten. Anfang Mai hat SolarEdge die Zusammenarbeit mit Tesla bekannt gegeben. Tesla verkauft bekanntlich nicht nur Elektroautos, sondern seit Kurzem unter dem Markennamen „Powerwall“ auch Stromspeicher für Solarenergie. SolarEdge wird für die Powerwall von Tesla eine Wechselrichterlösung entwickeln, die den Tesla-Stromspeicher mit der Photovoltaikanlage und dem heimischen Stromnetz verbindet. Die gemeinsame Lösung von Tesla und SolarEdge soll ab Ende des Jahres verfügbar sein. 

Heißer Draht zu Elon Musk

Teslas Technikvorstand JB Straubel ist sehr zufrieden mit dem neuen Partner: „Die Zusammenarbeit von Tesla mit SolarEdge vereint führende Unternehmen in zwei schnell wachsenden Märkten – Solarenergie und Energiespeicherung –, um Eigenheimbesitzern eine kostengünstigere und umfassende Lösung für Energieerzeugung, -speicherung und -verbrauch zu bieten.“ 

Eine Prognose zu Verkaufszahlen ist kaum möglich, aber die Tesla-Ko­operation eröffnet SolarEdge einen vollkommen neuen Markt. Im Hintergrund dürfte auch Elon Musk ein wenig die Fäden gezogen haben, der ja nicht nur Tesla, sondern auch SolarCity gegründet hat, den wichtigsten Partner von SolarEdge. Ein direkter Draht zu Elon Musk ist sicherlich nicht der schlechteste Kontakt, den man als Technologieunternehmen haben kann. 

Voll auf Wachstumskurs

Aber auch bisher kann sich die Entwicklung von SolarEdge sehen lassen. Erst im Jahr 2006 gegründet, wurde 2013 erstmals die 100-Millionen-Dollar-Marke beim Umsatz geknackt. Im laufenden Geschäftsjahr (bis Juli 2016) wird ein Umsatz von 471 Millionen Dollar erwartet. Der Gewinn soll sich im Vergleich zum Vorjahr auf 1,52 Dollar pro Aktie verdoppeln. Für 2017 wird eine Verlangsamung des Gewinnwachstums auf noch immer beachtliche 30 Prozent erwartet. 

Aktie unter Druck

Dass die Aktie des erst seit Mai 2015 börsennotierten Unternehmens trotz des starken Wachstums und der guten Perspektiven zuletzt recht stark an Wert verloren hat, ist in erster Linie auf die Probleme einiger US-Solarkonzerne zurückzuführen, insbesondere auf den Solarparkbetreiber SunEdison, der unter seiner Schuldenlast zusammenzubrechen droht. Diese Gefahr besteht bei SolarEdge nicht, das Unternehmen ist schuldenfrei und verfügt über einen üppigen Cashbestand in Höhe von 150 Millionen Dollar. 

Über 100 Prozent Kurspotenzial

Die aktuelle Bewertung von SolarEdge mit einem KGV von 9 spiegelt die dynamische Entwicklung und die Perspektiven des Unternehmens nicht ausreichend wider. Das Kursziel für die Aktie liegt bei 40 Euro, was einem Kurspotenzial von über 100 Prozent entspricht.


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