ProSiebenSat.1
- Florian Söllner - Leitender Redakteur

Neue ProSiebenSat.1-Start-ups: Schönheit und Sex

ProSiebenSat.1 sammelt weiterhin eifrig Start-ups. Wie das Handelsblatt unter Berufung auf Branchenkreise berichtet, plant die Sendergruppe offenbar die Komplettübernahme der Berliner Online-Parfümerie Flaconi. Der Online-Shop ist mit einem Jahresumsatz von zwölf Millionen Euro die Nummer zwei hinter Douglas. Neben dem Geschäft mit Schönheit investiert ProSiebenSat.1 in Erotik und stockt  seine Anteile an dem Onlineshop Amorelie von 23 auf 75 Prozent auf. Wie die Zeitung weiter berichtet, sollen die beiden Start-ups offenbar Teil eines neuen Beauty-Clusters werden, in dem der Fernsehsender neben Flaconi und Amorelie auch seine Beteiligungen an dem Online-Juwelier Valmano und dem Internet-Optiker Brille24.de bündeln könnte.


Wunder Zalando
Die ProSiebenSat.1-Aktie war Top-Tipp-Konservativ in der AKTIONÄR-Ausgabe 39/2014. Ein Grund: Das starke Start-up-Portfolio. Wenn Zalando ein Wachstumswunder ist, ist ProSiebenSat.1 der Gott, der es geschaffen hat. Als der Modeversender 2009 mit der Bewerbung auf ProSiebenSat.1 begann, lag der Jahresumsatz gerade einmal bei sechs Millionen Euro. Vier Jahre Dauerberieselung der TV-Zuschauer durch „Schrei vor Glück“-Werbung später war der Zalando-Umsatz auf 1,76 Milliarden Euro explodiert.


Media for Equity
ProSiebenSat.1-Media ist kein normaler TV-Sender mehr, sondern auch eine Venture-Capital-Gesellschaft mit knapp 50 Minderheitsbeteiligungen. Dazu gehört etwa Jawbone. Jüngst wurde bekannt, dass sich auch Google für das Start-up interessiert.
Die Strategie ist simpel, aber effektiv: bei Internet-Start-ups günstig einsteigen und diese dann nach vorne pushen. Denn niemand hat hierzulande mehr Werbemacht. Die Unterföhringer vereinen einen Anteil von 40 Prozent am gigantischen TV-Werbevolumen von jährlich zwei Milliarden Euro.

Aktie im Höhenflug
Auch im klassischen Geschäft läuft es rund. 2014 legte der Umsatz von ProSiebenSat.1 im Vergleich zum Vorjahr um 10,4 Prozent auf 2,88 Milliarden Euro zu. Der um Sondereffekte bereinigte Gewinn kletterte ebenfalls um rund zehn Prozent auf 418,9 Millionen Euro. Das Umsatzziel für 2015 erreichte ProSiebenSat.1 nun bereits ein Jahr früher. Auf dem Weg zur Prognose für 2018 liegt die Sendergruppe damit besser als erwartet. Das breite Wachstum im operativen Geschäft und eine attraktive Dividendenrendite treiben die Aktie weiter an. Das Kursziel des AKTIONÄR lautet 57 Euro.

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