Yingli Green Energy
- Florian Söllner - Leitender Redakteur

Neue Impulse für Trina und Yingli; alte Sorgen bei Solarworld

War das schon der Boden? Zumindest bei einzelnen chinesischen Solaraktien keimt wieder Hoffnung auf. Grund ist die zunehmende Bedeutung des heimischen Marktes.

Sie leben noch: Aktien chinesischer Solartitel konnten sich in den letzten Handelstagen deutlich von ihren Tiefstständen absetzen. Rückenwind gab die Bloomberg-Meldung, dass die Preise für Solarmodule gegenüber September im November wieder leicht auf 0,79 Dollar je Watt zulegen konnten. Ein Grund dafür ist einerseits die Stilllegung ganzer Fertigungslinien. Und neben einer leichten Enspannung der Angebotssituation gibt es kleine Lichtblicke bei der Nachfrage. Insbesondere der Absatz der Module in China selbst hilft Yingli und Co immer mehr.

China-Hoffnung

40 Prozent seiner Umsätze hat Trina Solar zuletzt zwar noch in Deutschland erzielt. Doch der China-Anteil legt sprunghaft zu: Im zweiten Quartal lag er erst bei fünf Prozent, im dritten Quartal schon bei knapp 14 Prozent. Noch stärker setzt der Modulhersteller Yingli Solar auf seinen Heimatmarkt. Der Umsatzanteil verdoppelte sich im dritten Quartal gegenüber dem Vorquartal von 14 auf starke 28 Prozent. Es ist kein Zufall, dass sich die Yingli-Aktie zuletzt besonders stark präsentiert hat.

Das Zentrum für Solarmarktforschung kommentiert die Belebung des China-Marktes so: "Hintergrund ist die Erhöhung der Ausbauziele durch die chinesische Regierung von statt bisher 15 GW auf 21 GW bis zum Jahr 2015. Dies wird chinesischen Unternehmen das Überleben ermöglichen."

Für Solarworld und Co sehen die Berliner Experten hingegen weiterhin wenig Chancen: "Deutschen Unternehmen wird der Zugang zum PV-Installationsmarkt verschlossen bleiben. Die meisten Projekte erfolgen durch Kooperation chinesischer Unternehmen untereinander ohne Ausschreibungen. In anderen Fällen werden bei Ausschreibungen 20-jährige Stromlieferverpflichtungen gefordert, die von westlichen Unternehmen auf dem sehr niedrigen Kostenniveau nicht wirtschaftlich und unter Gewährleistungsgesichtspunkten nicht erfüllbar sind."

Solarworld mit Gegenwind

Solarworld dürfte daher besonders von einem Rückgang des europäischen Absatzmarktes betroffen sein. Erst vor wenigen Tagen sagte ein Solar-Insider dem AKTIONÄR, dass er 2013 eine Halbierung der Zubauzahlen in Deutschland befürchtet. Immerhin: Das für Solarworld wichtige Dachgeschäft dürfte noch vergleichsweise gut abschneiden.

Yingli zeigt Stärke

Aus charttechnischer Sicht gibt die Solarworld-Aktie in diesen Tagen die geringsten Lebenszeichen. Stärker präsentiert sich Trina. Doch der Rebound reicht noch nicht aus, den Abwärtstrend zu brechen. Mehr Hoffnung können sich Trader jetzt bei Yingli machen. Das Papier ist gerade im Begriff, die Widerstandszone bei 1,80 Dollar zu durchbrechen. Die 38- und 90-Tage-Linie wurden bereits unter wieder gestiegenem Handelsvolumen zurückerobert. Dennoch ist Yingli nur ein Zock für Profis. Denn die Risiken bleiben hoch. Analysten erwarten, dass alle drei Solarfirmen 2013 und 2014 hohe Verluste schreiben werden. Der ein oder andere Player dürfte die Konsolidierung nicht überleben.

Artikel kommentieren:

Um einen Kommentar zu schreiben, müssen Sie eingeloggt sein.
Sie besitzen noch kein Login? Dann registrieren Sie sich kostenfrei.

  • Es sind noch keine Kommentare vorhanden.

Videos zum Thema:

Der Aktionär TV

Mehr zum Thema: