Netflix
- Julia Breuing

Netflix: Sorgenkind US-Markt

Bei Netflix scheiden sich die Analysten-Geister. Auf der einen Seite belasten die sinkenden Abonnenten-Zahlen in den USA das Unternehmen, auf der anderen Seite könnte der Comcast-Deal zu mehr Kunden führen. Was bedeutet das für die Aktie?

Ein Minus von 3,4% musste die Netflix-Aktie gestern nach dem Downgrade von „Hold“ auf „Underperform“ durch die Investmentbank Jefferies einstecken. Das Kursziel reduzierten sie von 120 auf 80 Dollar. Bei einem jetzigen Stand von 94 Dollar rechnen die Analysten also mit einem Rückgang von 14 Dollar. Grund für die negative Stimmung ist der US-Markt. John Janedis von Jefferies denkt, dass das US-Geschäft trotz internationaler Stärke die Aktie belasten wird. Die größten Herausforderungen sieht der Analyst in der stark gewachsenen Konkurrenz und in der Lizensierung der Inhalte. Janedis traut Netflix bis 2020 in den USA nur einen Zuwachs von 47 Millionen auf 58 Millionen Nutzer zu – Netflix rechnet mit 60 bis 90 Millionen. Am Dienstag hatte bereits Needham die Aktie von „Buy“ auf „Hold“ abgestuft.

Andere Analysten sind deutlich positiver gestimmt. Für die Analysten von Pacific Crest ist der Deal mit Comcast, dem Nummer 1 Pay-TV Anbieter in den USA, eine „Win-Win“ Situation. Comcast will Netflix für seine Kunden zugänglich machen. Dadurch könnte sich Netflix im kritischen US-Markt neue Marktanteile sichern. Die Analysten bleiben deshalb bei Overweight mit einem Kursziel von 130 Dollar.

Abwarten

Nach dem gestrigen Kursrutsch von über drei Prozent ist die Netflix-Aktie heute wieder leicht im Minus. Das Chartbild bleibt also eingetrübt. Mutige könnten ab 100 Dollar ein Trading-Buy wagen.

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