Netflix
- Nikolas Kessler - Redakteur

Netflix: Darauf kommt es bei den Zahlen an

Als eins der ersten großen Wall-Street-Unternehmen wird Netflix am Dienstag (16. Oktober) die Zwischenbilanz für das dritte Quartal vorlegen. Eine erneute Enttäuschung wie im zweiten Quartal kann sich der Streaming-Riese dabei nicht erlauben.

Umsatz? Gewinn? Cashflow? Die klassischen Kennzahlen sind für die meisten Investoren bei Netflix zweitranging – solange das Wachstum bei den Abo-Kunden stimmt. Das Geschäftsmodell des Streaming-Riesen lebt vom Nutzerzuwachs: mehr Abonnenten gleich höhere Einnahmen gleich steigende Content-Ausgaben. Das unaufhörlich wachsende Angebot an Serien und Filmen lockt wiederum noch mehr neue Nutzer an. Die Strategie ist nicht ohne Risiko, hat Netflix aber zur weltweiten Nummer 1 unter den Streaming-Diensten gemacht.

Wenn der Platzhirsch am 16. Oktober nach US-Börsenschluss die Zwischenbilanz für das dritte Quartal vorlegt, wird der Fokus also auch diesmal vor allem auf der Nutzerzahl liegen. Nachdem die Prognose im zweiten Quartal klar verfehlt wurde und die Aktie daraufhin eingebrochen ist, hat das Management bei den Q3-Zahlen lieber etwas tiefer gestapelt: Die Zahl der Abonnenten soll um fünf Millionen auf rund 135 Millionen steigen.

Prognose zu konservativ?

Die Analysten gehen jedoch davon aus, dass Netflix die konservative Prognose diesmal wieder übertreffen wird. Im Schnitt rechnet die Wall Street mit 5,32 Millionen Neukunden. Das entspräche in etwa dem Zuwachs im dritten Quartal 2017.

Einer der Gründe: die jüngste Content-Offensive. Nach Berechnungen des Finanzdienstleisters Cowen hat der Streaming-Dienst alleine im dritten Quartal 676 Stunden Exklusiv-Content veröffentlicht, darunter neue Staffeln der Erfolgsserien „Ozark“, „Orange is the New Black“ oder „Marvel’s Iron Fist“. Das dürfte Netflix verstärkten Zulauf beschert haben. Im Zusammenspiel mit neuen Vertriebspartnerschaften und Marketing-Maßnahmen hält Analyst John Blackledge die Prognose für „erreichbar“.

Etwas bullisher hat sich im Vorfeld bereits Goldman Sachs geäußert. Laut Analyst Heath Terry unterschätze die Wall Street das Wachstum von Netflix – sowohl kurz- als auch langfristig. Der Streaming-Dienst profitiere vom Wandel hin zum mobilen streamen auf dem Smartphone sowie dem kräften Nutzerwachstum in Emerging Markets wie Indien. Er rechnet damit, dass die Zahl der Abonnenten im kommenden Jahr um 25 Prozent steigen wird. Mit einer Kaufempfehlung und einem Kursziel von 470 Dollar gehört Terry derzeit zu den größten Netflix-Bullen.

Gewinn soll sich verdoppeln

Bei den Finanzkennzahlen decken sich die Erwartungen der Wall Street weitestgehend mit dem Ausblick des Unternehmens: Beim Umsatz strebt der Vorstand im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ein Plus von rund 34 Prozent auf 3,99 Milliarden Dollar an. Der Nettogewinn soll sich von 130 Millionen Dollar auf 307 Millionen Dollar mehr als verdoppeln.

Quelle: Netflix

Bilanz seit 2016 klar positiv

Auch wenn die Enttäuschung im zweiten Quartal das Bild etwas getrübt hat: Insgesamt ist Bilanz von Netflix klar positiv. In den vergangenen zehn Quartalen wurde die Neukundenprognose sieben Mal übertroffen, davon fünfmal um mehr als 20 Prozent. Zweimal in Folge wurden die eigenen Zielvorgaben in diesem Zeitraum noch nie verfehlt. Die Kursreaktion der Netflix-Aktie auf die Quartalszahlen war in 60 Prozent der Fälle positiv – im Schnitt ging es für die Aktie anschließen jeweils um fast zehn Prozent nach oben.

Mutige wagen den „Monster-Trade“

Nachdem die Aktie von Netflix im allgemeinen Abverkauf am US-Aktienmarkt in dieser zu den größten Verlierern gehört hat und zeitweise bis in den Bereich von 320 Dollar abgerutscht ist, könnte eine positive Überraschung bei den Quartalszahlen den Startschuss für eine Erholungsrallye liefern. DER AKTIONÄR setzt mit einem „Monster-Trade“ auf dieses Szenario. Mehr dazu in der aktuellen Ausgabe (42/2018) und bei monstertrades.de.

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