Nemetschek
- Fabian Strebin - Redakteur

Nemetschek nach starken Zahlen: Ist die Luft raus?

 

Nemetschek hat heute seine Zahlen zum zweiten Quartal veröffentlicht. Es sind Rekordzahlen für das Unternehmen.  An der Börse wird das aber wenig honoriert. Die Anteilsscheine von Nemetschek notieren nach der Rally der vergangenen Monate sogar im Minus. War es das?

Mit den Zahlen zum zweiten Quartal hat Nemetschek einen neuen Quartalsrekord aufgestellt. Der Anbieter von Software für die Bauindustrie konnte den Umsatz von 68,6 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum auf jetzt 83,8 Millionen Euro um knapp 22 Prozent hochschrauben. Auf das erste Halbjahr 2016 bezogen, stieg der Erlös immer noch um fast 20 Prozent auf 110 Millionen Euro. Ohne Sondereffekte konnte der Jahresüberschuss von April bis Juni mit 66,3 Prozent deutlich zulegen. Der entsprechende Wert stieg von 7,10 Millionen Euro auf 11,8 Millionen Euro. Das bereinigte EBITDA lag bei 22,7 Millionen Euro. Ausgehend vom Vorjahresquartalwert von 15,2 Millionen Euro ist das ein Zuwachs von 49 Prozent.

Ausblick bestätigt, Expansion läuft

Auch für das Gesamtjahr 2016 erwartet Nemetschek neue Rekorde. Der Umsatz soll in einer Range von 319 bis 325 Millionen Euro liegen. Beim bereinigten EBITDA werden 77 bis 80 Millionen Euro angestrebt. Bei beiden Größen strebt das Unternehmen den oberen Bereich des Zielkorridors an. Bereits gestern hat Nemetschek bekannt gegeben, dass man den Konkurrenten Design Data Corporation aus den USA übernommen hat. Das Unternehmen hat eine führende Position bei Softwareanwendungen im Stahlbau inne und in Nordamerika einen Marktanteil von 45 Prozent. Nemetschek treibt dadurch seine Expansionsstrategie im Ausland konsequent voran. Im ersten Halbjahr 2016 legte der Umsatz außerhalb von Deutschland um 22 Prozent zu.

Hohe Erwartungen

Die Aktien von Nemetschek liegen nach Zahlen deutlich im Minus. Nach einem Plus von über 60 Prozent in einem Jahr und neuen Allzeithochs ist es nicht ungewöhnlich, dass das Papier neue Kraft sammelt. Zudem scheint der Markt die starke Geschäftsentwicklung bereits eingepreist zu haben. Mit einem 2016er KGV von 43 ist Nemetschek alles andere als günstig bewertet. Der AKTIONÄR hatte Nemetschek vor längerem zum Kauf empfohlen. Durch die Turbulenzen nach dem Brexit wurde der Wert aber ausgestoppt. Ein Neueinstieg drängt sich derzeit nicht auf

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