- Thomas Bergmann - Redakteur

Nächster Highflyer? Börsenkandidat im Härtetest

Nach dem Versicherer Talanx und dem Mobilfunkkonzern O2 strebt das nächste Unternehmen an die Börse. Obwohl der Börsenwert deutlich kleiner sein wird, bietet die Immobiliengesellschaft eine interessante Wachstumsstory. Sollten Anleger die Aktie zeichnen?

Der IPO-Markt kommt zum Jahresende zunehmend in Schwung. Nach dem Börsengang von Talanx und Hess Anfang und Mitte Oktober sowie der Erstnotiz von O2 am vergangenen Dienstag steht mit der Immobilienfirma Peach Property Group Deutschland ein weiterer Börsengang hierzulande bevor. "Wir wollen den Kapitalzufluss nutzen, um in laufende Projekte zu investieren und deren Umsetzung voranzutreiben, nicht um Verbindlichkeiten abzubauen", sagte Vorstandsvorsitzender Bernd Hasse am Dienstag in Frankfurt. Trotz Finanzkrise bleibe das Geschäft mit Luxusimmobilien ein Wachstumsfeld.

Börsengang am 12. November

Mit dem Gang an die Frankfurter Börse will das auf Luxusimmobilien spezialisierte Unternehmen bis zu 38 Millionen Euro einnehmen. Die Preisspanne für die bis zu 3,75 Millionen Papiere, die bis zum 7. November zur Zeichnung angeboten werden, liegt bei 8,25 bis 10,25 Euro das Stück. Die Erstnotiz für die Aktien der deutschen Tochter des Schweizer Immobilienunternehmens Peach Property Group ist für den 12. November im Prime Standard geplant.

Es werde eine Dividendenrendite von drei Prozent der Marktkapitalisierung angestrebt. Die Unternehmensspitze ließ jedoch offen, ob diese schon im kommenden Jahr oder erst 2014 an die Aktionäre ausgeschüttet werden soll. Auch zum Ausblick für das zweite Halbjahr hielt sich das Management aufgrund des bevorstehenden Börsengangs zurück, ließ jedoch eine weiterhin stabile Ertragslage durchblicken.

Geld für Wachstum

Den Erlös aus der Kapitalerhöhung will Peach Property größtenteils in das laufende Geschäft und nur in einem geringen Umfang zum Abbau der Schulden nutzen. Peach Property ist auf Luxusimmobilien spezialisiert. Dabei baut das Unternehmen bestehende Immobilien wie derzeit die ehemalige Hoesch-Zentrale in Dortmund um oder errichtet neue Wohnanlagen. Das Geld aus dem Börsengang soll zu 40 Prozent in Umbauten und zu je 30 Prozent in bestehende Immobilien sowie den Neubau gesteckt werden.

Die Muttergesellschaft war erst vor zwei Jahren an die Schweizer Börse gegangen und hat seither fast 60 Prozent ihres ursprünglichen Kurswertes verloren. Dieses Schicksal werde die deutsche Tochtergesellschaft nicht ereilen, so die Unternehmensführung. "Der deutsche Markt bietet Chancen, die der Schweizer Markt nicht bietet", so Hasse. Die Muttergesellschaft sei damals als reiner Entwickler von Immobilien an die Börse gegangen. Die Peach Property Deutschland verfüge über ein größeres Portfolio und sei breiter aufgestellt.

Abschlag auf Peergroup

Laut den Analystenschätzungen, die dem AKTIONÄR vorliegen, wird Peach Property in diesem Jahr den Umsatz von 5,5 Millionen auf 12,2 Millionen Euro steigern. Auf Basis der bestehenden Projekte sollen die Erlöse 2013 auf 47,7 Millionen Euro vervierfacht werden. Ähnlich dynamisch soll der Gewinn wachsen: Analysten rechnen mit einem Überschuss von 5,7 Millionen Euro im laufenden und mit 11,3 Millionen Euro oder 1,50 Euro pro Aktie im kommenden Geschäftsjahr. 2014 soll Peach Property sogar 19,7 Millionen Euro oder 2,63 Euro je Anteil verdienen.

Das KGV für 2013 läge damit zwischen 5,5 und 7 und damit deutlich unter dem Peergroup-Durchschnitt. Unternehmen wie Franconofurt (Opera One), Incity Immobilien oder IFM Immobilien werden mit KGVs zwischen 13 und 15 an der Börse bewertet.

Zeichnen bis 9,25 Euro

Aufgrund der Erfahrungen beim Börsenneuling Hess würde es überraschen, wenn die Aktien von Peach Property am oberen Ende der Preisspanne ausgegeben werden. Anleger sollten deshalb versuchen, ob sie entweder per Zeichnungsschein oder an der Börse zu Kursen zwischen 9,00 und 9,25 Euro zum Zuge kommen.

mit Material von dpa-AFX

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