DAX
- Thomas Bergmann - Redakteur

Nächste Eskalationsstufe: Schickt Trump den DAX ins Nirwana?

US-Präsident Donald Trump hat im Handelsstreit mit China nachgelegt: Ab dem 24. September werden weitere chinesische Waren im Wert von 200 Milliarden Dollar und damit künftig die Hälfte aller Warenimporte mit Sonderzöllen belegt. Gespannt darf man sein, wie die Regierung in Peking darauf reagieren wird. Falls China mit Gegenmaßnahmen gegen die US-Landwirtschaft oder andere Industriezweige antworten würde, würde die US-Regierung eine weitere Phase – die dann dritte – einläuten, sagte Trump. Die Börsen reagieren ... positiv.

Die neuen Zölle sollen einem ranghohen Regierungsbeamten zufolge ab dem 24. September erhoben und schrittweise bis Jahresende von 10 auf 25 Prozent erhöht werden. Damit werden künftig Warenimporte aus China im Gesamtwert von 250 Milliarden Dollar mit Sonderzöllen belegt, das ist etwa die Hälfte aller Importe (505 Milliarden Dollar) im Jahr 2017.

China hatte im Vorjahr Waren im Wert von rund 130 Milliarden Dollar aus den USA importiert. Peking kann also gar nicht so weit gehen wie die amerikanische Regierung.

Asien-Börse im Plus

Wer jetzt denkt, dass die Börsen in Asien eingebrochen sind, wird überrascht sein. Der japanische Nikkei steigt um mehr als ein Prozent und generiert gerade mit dem Sprung über den massiven Widerstand bei 23.000 Punkten ein äußerst starkes Kaufsignal. Selbst die Börsen in Hongkong und Shanghai sind mittlerweile in Plus gedreht.

Entsprechend uneinheitlich präsentiert sich der DAX kurz vor der Xetra-Eröffnung. Mit 12.090 Punkten notiert der deutsche Leitindex auf dem Niveau des Vortages. Offensichtlich können die Anleger mit der Gewissheit, dass Trump weitere Zölle erhebt, besser leben als mit der Unsicherheit, ob es so weit kommt.

Noch ergibt sich aber kein neues Einstiegssignal. Der DAX müsste über 12.200 Punkte steigen, um weiteres Aufholpotenzial zu schaffen. Auf der Unterseite bleiben die 12.000 und das Jahrestief bei 11.725 Zählern das Maß aller Dinge. DER AKTIONÄR bleibt deshalb vorerst an der Seitenlinie.

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