3 D SYS
- Martin Weiß - stellv. Chefredakteur

Nach Q4-Zahlen: 3DSystems rockt! Was machen Stratasys, SLM Solutions und Voxeljet?

Die angeschlagene 3D-Branche funkt Lebenszeichen. Die Aktie des früheren Wall-Street-Lieblings 3D Systems verteuerte sich am Montag in New York um 25 Prozent, nachdem das Unternehmen überraschend einen Gewinn für das vierte Quartal 2015 gemeldet hatte. Im Sog der Meldung ging es für Stratasys und Co ebenfalls kräftig nach oben. Nach Monaten mit teilweise herben Verlusten schöpfen die Anleger jetzt Hoffnung – zu Recht?

Umsätze geschrumpft, aber...

Das ist passiert: Der 3D-Drucker-Hersteller 3D Systems setzte im vierten Quartal 183 Millionen Dollar um und erzielte dabei einen Gewinn (vor Sonderfaktoren) von 0,19 Dollar je Aktie. Beide Werte übertrafen die Analystenschätzungen um Längen, wenngleich die Umsätze 2,0 Prozent unter denen des Vorjahreszeitraums lagen. Dafür punktete 3DSystems mit einem sequenziellen Umsatzsprung von 21 Prozent.
Die Aktie reagierte mit einem Kurssprung um 25 Prozent – dem höchsten Tagesanstieg in fünf Jahren! Seit Jahresbeginn hat sich das Papier im Wert mehr als verdoppelt (akt.: 14,45 Dollar).


Angetrieben von den good news ging es für die gesamte Branche nach oben. Stratasys etwa verteuerten sich um vier Prozent auf 25,16 Dollar (+60 Prozent seit Februar), The ExOne Company um 9,9 Prozent auf 12,01 Dollar (70 Prozent) und Voxeljet 11,5 Prozent (52 Prozent).

Manager warnen vor Euphorie

Die Investoren hoffen, dass 3DSystems besseren Zeiten entgegenblickt, doch Vorsicht ist angebracht. "Das Marktumfeld bleibt herausfordernd und unsicher", dämpfte Interim-Chef Andrew Johnson vorsichtshalber die Erwartungen.

Geplatzte Träume

Von der einstigen Hoffnung, dass in näherer Zukunft jeder Privathaushalt einen eigenen 3D-Drucker besitzt – der Hauptgrund für den Branchenhype vor einigen Jahren – ist kaum noch etwas übrig. Im Gegenteil hat 3D Systems sein einziges entsprechendes Produkt, den Cube, Ende 2015 in aller Stille aus dem Verkehr gezogen.
Der Konzern will sich künftig auf vielversprechendere Märkte wie beispielsweise die Gesundheitsindustrie konzentrieren. Mit seinen Druckern für medizinische und zahnmedizinische Bereiche verbuchte 3D Systems ein Umsatzplus 2015 von neun Prozent auf 141 Millionen Dollar.

Zocken erlaubt

Nach dem Kurssprung erscheint die Aktie von 3D Systems fundamental ambitioniert bewertet. Das KGV für 2016 beträgt über 40, das KUV 2,5. Für 2017 rechnen Analysten zwar mit einem Gewinnsprung von 75 Prozent und auch die Erlöse sollen um zehn Prozent steigen. Die Prognosen sind jedoch mit vielen Fragezeichen versehen und stehen daher auf wackligen Beinen.
Charttechnisch sieht das Papier dessen ungeachtet lecker aus: Mit dem Break der beiden Widerstände bei 10,60 Dollar und 12,44 Dollar (GD200) besteht reichlich Luft für weitere Kursgewinne.

Wem die Aktie schon zu gut gelaufen ist, kann auf den Sogeffekt bei Voxeljet setzten. Die Aktie der Augsburger ist allerdings deutlich spekulativer einzuschätzten. Die Deutschen operieren tief in der Verlustzone und sind gemessen am für 2016 erwarteten Umsatz (30 Millionen Dollar) ein Zwerg. Zudem sind die Handelsumsätze dünn. Mit dem Sprung über die Marke von 5,71 Dollar (GD200) könnte aber auch hier Druck aufgebaut werden.

Fazit: Um bei 3D-Aktien von einer Trendwende zu sprechen, ist es noch zu früh. Trotzdem können Anleger die laufende Erholungswelle reiten. 3D Systems etwa sieht charttechnisch klasse aus, doch auch Stratasys und die deutlich spekulativere Voxeljet lassen die Finger jucken. In Frankfurt ist zudem SLM Solutions angesprungen.

 

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