H&R Wasag
- DER AKTIONÄR

Nach oben "katapultiert"

Die Meldung vom Ausscheiden des langjährigen Vorstandsvorsitzenden Dr. Horst Hollstein hat viele H&R-Aktionäre verunsichert. DER AKTIONÄR wollte vom neuen Vorstandssprecher Gert Wendroth wissen, ob nun ein Strategiewechsel bevorsteht.

Der überraschende Vorstandswechsel bei H&R WASAG hat einen Kurssturz ausgelöst. Demnächst dürfte der Konzern hingegen mit positiven Überraschungen aufwarten.

Die Meldung vom Ausscheiden des langjährigen Vorstandsvorsitzenden Dr. Horst Hollstein hat viele H&R-Aktionäre verunsichert. DER AKTIONÄR wollte vom neuen Vorstandssprecher Gert Wendroth wissen, ob nun ein Strategiewechsel bevorsteht.

DER AKTIONÄR: Herr Wendroth, was reizt Sie an Ihrer neuen Position?

GERT WENDROTH: Ich freue mich sehr auf diese neue Aufgabe, da die H&R WASAG AG strategisch hervorragend aufgestellt ist, weiterhin über erhebliches Wachstumspotenzial verfügt und das Management-Team wie auch die Mitarbeiter hoch motiviert sind. Allerdings hatte ich mir den Anfang etwas weniger turbulent vorgestellt. Ich persönlich gehe jedoch davon aus, dass die Irritationen in Kürze beendet sein werden. Denn wenn die Halbjahresbilanz im August veröffentlicht wird, werden unsere Aktionäre sehen, dass wir eine Eigenkapitalquote von fast 50 Prozent aufweisen können und die Verschuldung dramatisch zurückgeführt haben. Während diese im Jahr 2005 zeitweise noch bei 160 Millionen Euro lag, sind die Bankverbindlichkeiten in der Zwischenzeit fast auf null zurückgegangen. Außerdem gehen wir davon aus, dass bei Vorlage der Bilanz zum 30. Juni 2007 unser Rating in die höchste Stufe der Kreditagenturen „katapultiert“ wird.

Ihren Worten ist zu entnehmen, dass jetzt kein Strategiewechsel angesagt ist?

Ich sehe H&R WASAG im Spezialitätenmarkt von chemisch-pharmazeutischen Rohstoffen hervorragend positioniert, daher ist kein Strategiewechsel notwendig. Die Investitionspläne bis 2010 bedürfen keiner Modifikation und werden ganz erhebliche Gewinnsteigerungspotenziale offenlegen.

Auch die Gewinnprognose für das laufende Geschäftsjahr bleibt unangetastet?

Ja, unsere Schätzung für das Vorsteuerergebnis 2007 liegt unverändert bei 65 Millionen Euro. Hinzu kommt der außerordentliche Ertrag von 15 Millionen Euro aus dem Verkauf der Explosivsparte. Je nach endgültiger Steuerquote sollte sich das Ergebnis je Aktie damit zwischen 1,75 und 1,85 Euro bewegen.

Inwiefern hat ein Ölpreis von knapp 80 US-Dollar pro Barrel Auswirkungen auf ihr operatives Ergebnis?

Die absolute Höhe des Ölpreises ist nicht direkt das Problem, sondern die Geschwindigkeit, mit der wir die Erhöhungen auch im Markt durchsetzen können. Je nach Wettbewerbssituation kann dies oft mehrere Monate dauern.

Können Sie unseren Lesern schon einen Ausblick auf 2008 geben?

Eine Prognose ist aufgrund der volatilen Ölpreise und der daraus resultierenden Ergebniseffekte nur schwer zu machen. Wir konzentrieren uns daher auf das von uns direkt zu beeinflussende Ergebnis und dem somit verbesserten Gewinn. Durch die jetzt verzögert eintretenden Effekte aus dem Projekt 40 werden wir hier im Vergleich zu diesem Jahr eine Verbesserung von rund 14 Millionen Euro erreichen.

Die Strategie stimmt

Durch den überraschenden Vorstandswechsel bei H&R WASAG fand das ebenfalls auf der Hauptversammlung vorgestellte Effizienzprogramm „Goldener Schnitt“ bisher kaum Beachtung. Erste Aufgabe von Wendroth muss es deshalb sein, das Vertrauen der Anleger zu gewinnen und sie vom Potenzial der Gesellschaft zu überzeugen. Vorsichtige Anleger warten zunächst eine charttechnische Trendwende ab.

Kursziel für H&R WASAG: 40,00 Euro. Stopp: 25,00 Euro.

Erschienen in DER AKTIONÄR Ausgabe 33/2007.

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