- Martin Weiß - stellv. Chefredakteur

Nach Netflix-Schock: Droht jetzt der Absturz bei Amazon, Facebook und Co?

Der US-Streaming-Riese Netflix hat mit seinen Q2-Zahlen die Börse bitter enttäuscht, die Aktie rauschte am Abend in die Tiefe. Jetzt blicken Anleger auf Sorge auf die anderen Tech-Schwergewichte, allen voran Amazon, Alphabet und Facebook. Es dürfte ungemütlich werden.

Die überraschend schwachen Q2-Zahlen von Netflix versetzen die Tech-Anleger in Aufruhr. Für die Aktie ging es am Vorabend zeitweise um 13 Prozent nach unten. "Wir hatten ein gutes, aber kein überragendes Quartal", schrieb der Konzern.

Genau ein solches (übverragendes Quartal) hätte es angesichts von Netflix Höhenflug (+108% seit 1.1.) jedoch gebraucht, um die Anleger bei Laune zu halten. So aber ist der Auftakt für die Q2-Ergebnissaison ordentlich daneben gegangen.

Und das könnte Konsequenzen auch für die anderen Tech-Highflyer an der Wall Street haben - Amazon, Alphabet und Facebook sind 2018 ebenfalls gut bis sehr gut gelaufen.

Hier ein Überblick über die Performance und die Bewertung der Aktien:

  1. Amazon: +53% KGV 145 (18e)
  2. Facebook:+18% KGV 27(18e)
  3. Alphabet: +14% KGV 26 (18e)
  4. Netflix: +108% KGV 139 (18e) - vor Kurseinbruch

Das Problem liegt in der hohen Erwartungshaltung der Investoren. Bislang galt, dass die führenden Tech-Konzerne kaum etwas falsch machen können. Mit Netflix erhält dieses "Ur-Vertrauen" einen Riss.

Aus Sicht des AKTIONÄR ist vor allem Amazon bei einem Stimmungsumschwung gefährdet. Der Kursanstieg der vergangenen Monate schreit förmlich nach einem "perfekten" Quartal. Verpasst der E-Commerce-Riese die Vorgaben nur leicht, oder bietet keinen überzeugenden Ausblick, ist eine Kurskorrektur unausweichlich.

Analysten erwarten für die Periode (Veröffentlichung am 26.7.) ein Umsatzplus von 41% auf 53 Milliarden Dollar. Der Fokus liegt auf der Integration von Whole Foods, der Entwicklung bei den Prime Kunden (Wachstum, Wachstum, Wachstum!) und natürlich AWS. Das Cloud-Geschäft lieferte zuletzt überragende Ergebnisse und steuerte einen Großteil der Gewinne im Konzern bei. Jedes Anzeichen von Schwäche hätte eine harte Reaktion des Marktes zur Folge.

Wie sollten sich Anleger verhalten?

DER AKTIONÄR empfiehlt für Amazon einen Put-OS zur Absicherung bestehender Positionen. Die WKN lautet MF49RG. Facebook und Alphabet erscheinen aufgrund der geringeren Performance und der insgesamt niedrigeren Bewertung weniger gefährdet als Amazon, allerdings gilt als Erfahrungswert auch hier: werden die Quartalszahlen vergeigt, sind zweistellige Verluste möglich.

Längerfristig bieten alle genannten Aktien weiter hervorragende Perspektiven.

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    Ein Vergleich zwischen einem "Spielzeugladen" und einem Distributor à la Amazon oder einer Hightechschmiede à la Alphabet ist ja schon absurd ...

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