DAX
- Michael Schröder - Redakteur

Verunsicherung nach Terror in Frankreich - Notenbanken, Konjunkturdaten und Quartalszahlen im Blick - DAX vor Einbruch oder Ausbruch?

Die französische Börse wird am Montag in Paris zwar normal geöffnet. Der Handel an den europäischen Aktienmärkten dürfte zum Wochenstart dennoch unter dem Eindruck der Terroranschlägen in Paris stehen. Nicht nur deshalb wird die Volatilität beim DAX auch in der kommenden Woche hoch bleiben.

Die Terroranschläge in Paris werden den Start in die neue Börsenwoche überschatten, die ansonsten im Zeichen neuer Konjunkturdaten und dem Warten auf die richtungseisenden Entscheidungen der Notenbanken im Dezember steht. Ob es am Montag zu größeren Abschlägen oder zu einer Trotzreaktion kommt, ist ungewiss.

Neben der Terrorangst drückt auch die Unsicherheit über die Vorgehensweise der Notenbanken in Washington und Frankfurt auf die Stimmung der Investoren. Es sind vor allem zwei Fragen, die die Anleger derzeit beschäftigen: Hebt die US-Notenbank ihre Leitzinsen noch in diesem Jahr wieder an? Weitet die Europäische Zentralbank (EZB) ihre Stützungsmaßnahmen weiter aus? Die Antworten wird es erst auf den jeweiligen Notenbanksitzungen im Dezember geben.

Daher hat der DAX den Sprung über die psychologisch wichtige Marke von 11.000 Punkten bisher noch nicht geschafft. Damit nimmt die Gefahr einer kurzfristigen Korrektur zu. Der Leitindex könnte dabei schnell unter die Unterstützung bei 10.680/700 Punkten fallen und dann direkt in Richtung 10.500 Zähler durchrutschen. Auf diesem Niveau dürften sich dann aber wieder erste Schnäppchenjäger neu positionieren, um den DAX zum Jahresende hin nachhaltig über die 11.000-Punkte-Marke zu schieben.

Von Seiten der Unternehmen mangelt es an Unterstützung für die Aktienmärkte. Zwar hätten in der aktuell auslaufenden Berichtssaison die positiven Gewinnüberraschungen überwogen, schrieben die Experten der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW). Allerdings hielten sich die guten und schlechten Ausblicke lediglich die Waage. "Die Bäume dürften deshalb an den Börsen nicht mehr in den Himmel wachsen", lautet deshalb das Resümee der LBBW.

In der neuen Woche könnten jedoch noch einige Geschäftsberichte für positive Überraschungen sorgen. So legt der Industrie- und Stahlkonzern ThyssenKrupp am Donnerstag seine Jahreszahlen vor. Dann präsentieren auch mit dem Waggonvermiet- und Schienenlogistikunternehmen VTG und dem Autovermieter Sixt zwei Real-Depot-Werte ihre Zahlenwerke. Das Real-Depot versucht durch kurz- und mittelfristige Investitionen in aussichtsreiche Aktien zum Erfolg zu kommen. Dabei stehen Trading-Chancen aus charttechnischer Sicht, aufgrund von positivem Newsflow oder anderen Sondersituationen im Fokus. Für zusätzliches Potenzial sorgt der Handel mit Hebelprodukten. Deshalb richtet sich das Depot vor allem an spekulativ orientierte Anleger. Mit Erfolg: Seit Jahresanfang steht eine Performance von über 50 Prozent zu Buche. Das Depot garantiert absolute Transparenz - es berücksichtigt sogar die Ordergebühren. Interessiert? Dann holen Sie sich ein Probe-Abo und testen Sie für drei Monate das Real-Depot.

Die Leasingtochter von Sixt, Sixt Leasing, veröffentlicht bereits am Mittwoch 9-Monatszahlen, ebenso wie der Onlinehändler für Heimtierbedarf Zooplus. Schon am Dienstag rücken das Internet-Unternehmen United Internet und die Beteiligungsgesellschaft Indus Holding mit ihren Berichten in den Fokus.

Abseits der Berichtssaison richten sich die Augen technologieinteressierter Anleger auf Dialog Semiconductor. Auf der Hauptversammlung des Halbleiterherstellers am Donnerstag steht die geplante, 4,6 Milliarden Dollar teure Übernahme des US-Konkurrenten Atmel zur Abstimmung. Zuletzt hatte sich der einflussreiche Hedgefonds-Manager Paul Singer gegen den Zukauf ausgesprochen und damit bei den Anlegern für Erleichterung gesorgt.

Weitere Konjunkturdaten stehen in der nächsten Woche ebenfalls auf der Agendat. Im Mittelpunkt dürften in Deutschland am Dienstag die ZEW-Konjunkturerwartungen für den Monat November stehen. Nach Einschätzung von Bankvolkswirten sollten sich sowohl die Erwartungshaltung als auch die Lagebewertung aufhellen. Die Dekabank verweist auf den zuletzt gestiegenen Sentix-Index, der sich wie der ZEW-Indikator auf eine Umfrage unter Finanzexperten stützt. Das Sentix-Institut hatte die Aufhellung vor allem mit einer weniger trüben Bewertung asiatischer Volkswirtschaften begründet. "Zudem dürfte die Erwartung der Zinswende in den USA die Normalisierung der wichtigsten Volkswirtschaft unterstreichen", meint die Dekabank. Ebenfalls am Dienstag werden in den USA die Verbraucherpreise, die Industrieproduktion und die Kapazitätsauslastung für den Oktober beknnt gegeben.

Hinweis nach §34 WPHG zur Begründung möglicher Interessenkonflikte: Aktien oder Derivate, die in diesem Artikel besprochen / genannt werden, befinden sich im "Real-Depot" von DER AKTIONÄR.

(Mit Material von dpa-AFX)

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| Thomas Bergmann | 0 Kommentare

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