Aurelius
- Markus Horntrich - Chefredakteur

Musterdepot-Aktie Aurelius: Vorstandschef im Interview

Aurelius hat wie am Vortag gemeldet die Übernahme des Produktionsstandorts Norwich von Bayer CropScience plangemäß abgeschlossen. Im Interview mit dem AKTIONÄR erläutert Aurelius-Chef Dr. Dirk Markus, welches Potenzial in dem Deal steckt.

Die Aurelius AG hat wie gestern gemeldet die geplante Übernahme des Produktionsstandorts Norwich von Bayer CropScience (neuer Name: Briar Chemicals) abgeschlossen. Die Aktivitäten des Münchener turnaround-Investors im Bereich Spezialchemie belaufen sich damit auf über 200 Millionen Euro Umsatz. Im Interview mit dem AKTIONÄR erläutert Firmenchef Dr. Dirk Markus, welche Potenziale man in der neuen Tochter sieht.

DER AKTIONÄR: Herr Dr. Markus, welchen Kaufpreis hat Aurelius für Briar Chemicals bezahlt?

Dr. Dirk Markus: Über den Kaufpreis haben wir mit Bayer Stillschweigen vereinbart. Daran halten wir uns. Sie können aber davon ausgehen, dass es für beide Seiten ein fairer Deal war. Eine weitere enge Zusammenarbeit von Briar Chemicals und Bayer CropSience wurde vereinbart.

In welcher Größenordnung liegen die Investitionen, die Sie für die Erweiterung des Produktportfolios und den Ausbau der Auftragsproduktion geplant haben?

Wir werden in den kommenden Monaten gewaltig in die Erweiterung der Produktionskapazitäten sowie die Umweltverträglichkeit investieren. Die Kosten für die neue Multiproduktionsanlage sowie eine Abwasserkläranlage stehen im Detail noch nicht fest.

Was macht den Bereich Spezialchemie für Sie zu einem Schwerpunktthema und warum?

Spezialchemie ist ein Wachstumsmarkt und von der übrigen Wirtschaftsentwicklung relativ unabhängig. Wir konzentrieren uns auf die Bereiche Pflanzen- und Pharmawirkstoffe. Zwei Felder der Spezialchemie die allein durch die demografische Entwicklung echte Perlen sind.

Wie stellt sich die aktuelle Umsatz- und Ertragssituation von Briar dar, welche Erwartungen hinsichtlich Umsatz und Gewinn haben Sie für Briar mit Blick auf die nächsten drei Jahre?

Briar Chemicals ist bereits jetzt ein profitables Unternehmen. Wir sehen aber noch großes Potenzial, Umsatz und Ergebnis zu steigern. Die in den letzten Jahren stark gesteigerte Vertriebskompetenz unserer Spezialchemie-Töchter ISOCHEM und CalaChem können Briar Chemicals in den nächsten drei Jahren zu einem prozentual zweistelligen Wachstum mit überdurchschnittlichen EBITDA-Margen verhelfen.

Wie sieht die weitere Kooperation zwischen Briar und der Bayer AG künftig aus?

Briar Chemicals wird weiter für Bayer CropSience produzieren. Wir haben mit Bayer eine enge Kooperation vereinbart. Die geplante Investition in eine Multiproduktionsanlage wird dabei auch den Bedürfnissen von Bayer CropSience noch besser gerecht werden.

Briar ist die dritte Übernahme in diesem Jahr, zwei Firmen Consinto und Schabmüller wurden verkauft. Für einen Gleichstand fehlt ein dritter Exit - wie sieht es damit aus?

Ein weiterer Exit 2012 ist durchaus möglich. Einige unserer Töchter sind bei Umsatz und Ertrag in hervorragender Verfassung und reif für einen Verkauf. Auch an ernsthaften Interessenten mangelt es nicht. Es gilt jedoch den richtigen Zeitpunkt zu erwischen. Wir trennen uns von unseren Stars nur, wenn die Bedingungen außergewöhnlich gut sind.

Vielen Dank für das Interview!

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| David Vagenknecht | 0 Kommentare

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