Tesla
- Florian Söllner - Leitender Redakteur

Muss Elon Musk Tesla verlassen? „Bitcoin-Fans heißen ihn willkommen“

Elon Musk ist Tesla und Tesla ist Elon Musk. Zwar war in den ersten legendären Jahren Martin Eberhard Tesla-Chef, doch Elon Musk hat ihn aus der Firma gedrängt und steht seither für den großen, danach einsetzenden Wachstumserfolg des Elektroauto-Pioniers. Entsprechend wichtig ist es für die Marke und Aktie, dass Elon Musk involviert bleibt und bei Twitter weiterhin Flagge zeigt. JPMorgan weist nun darauf hin, dass die Märkte davon ausgehen, dass kein Risiko besteht, dass Musk die Firma aufgrund der SEC-Untersuchung verlassen muss – was an der niedrigen, implizierten Volatilität ablesbar ist. Eigentlich müsse mehr potentielle Kurs-Bewegung eingepreist sein, da ein solches Event zu großer Kursvolatität führen würde.

Die Analysten sagen zwar es ist „schwierig das Resultat der rechtlichen Situation einzuschätzen“, doch (nur) ein weiterer „Klaps auf die Finger“ sei unwahrscheinlich aufgrund der anhaltenden „Kriegslust“ (belligerence) Musk dem SEC gegenüber.

Musk würde aufgrund seiner SpaceX-Mars-Projekt auch ohne Tesla wohl nicht langweilig werden. Dennoch läd ihn das Krypto-Portal CCN ein, im Fall der Fälle in die Bitcoin-Szene zu wechseln. „Bitcoin, was aus einem ähnlichen Holz geschnitzt ist, ist immer bereit und die Community würde ihn mit offenen Armen empfangen.“

Wir berichteten: Elon Musk hatte auf Druck der SEC sein Twitter-Verhalten verteidigt. In seiner Antwort heißt es, die Börsenaufsicht gehe zu weit mit ihren Forderungen nach vorheriger Prüfung und Freigabe seiner Statements. Er sei davon ausgegangen, dass die umstrittene Twitter-Nachricht nicht relevant für den Börsenkurs sei. Die Behörde habe das Gegenteil nicht bewiesen. Die Anwälte von Musk weisen zudem darauf hin, dass der CEO bereits "dramatisch seine Tweets bezüglich Tesla reduziert habe." 

Die Fronten sind verhärtet. "Ich möchte ganz klar sagen: Ich respektiere die SEC nicht", sagte Musk etwa 2018 gegenüber dem Sender CBS. 

Der Hintergrund: Elon Musk sorgte auf Twitter für Irritationen. Zunächst hatte er geschrieben, dass man 2019 "rund 500.000" Autos bauen will - was Medien wie Bloomberg begeistert aufgegriffen hatten. Doch einige Stunden später die Richtigstellung des Tesla-Chefs: "Ich meinte eine annualiserte Produktionsrate Ende 2019, die wahrscheinlich bei 500.000 Autos oder 10.000 pro Woche liegen wird. Das Auslieferungziel für 2019 liegt weiterhin bei rund 400.000." Dies wäre dennoch ein bemerkenswertes Wachstum von über 60 Prozent gegenüber dem Niveau von 2018.

Hinweis auf mögliche Interessenskonflikte:

Der Vorstandsvorsitzende und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die durch die durch die Publikation etwaig resultierende Kursentwicklung profitieren: Tesla.

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