MunichRe
- Andreas Deutsch - Redakteur

Munich Re will kämpfen - Aktie besser als der DAX

Der weltgrößte Rückversicherer Munich Re stellt sich angesichts des Preiskampfs erneut auf weniger Geschäft ein. Die Anleger reagieren erfreut. Die Aktie hat besonders für langfristige orientierte Anleger große Reize.

Bei der Vertragserneuerung in der Schaden- und Unfall-Rückversicherung zum kommenden Jahreswechsel werde der Konzern dem Preisdruck widerstehen und wenn nötig Verträge aufgeben, kündigte Vorstandsmitglied Torsten Jeworrek am Sonntag beim Branchentreffen in Monte Carlo an. Das Unternehmen will verstärkt neue Risiken versichern, in denen der Konkurrenzkampf noch nicht tobt.

Erstversicherer wie die Allianz und Axa sondieren in Monte Carlo mit Rückversicherern wie Munich Re und Hannover Rück die Konditionen für das kommende Jahr. Die Munich Re hatte bereits bei der Vertragserneuerung zum Juli einen Rückgang bei den Prämieneinnahmen hingenommen. Der weltweit zweitgrößte Rückversicherer Swiss Re und der Branchendritte Hannover Rück wollen sich am Montag zu den Geschäftsaussichten äußern.

Neue Konkurrenten

Rückversicherer stehen wegen der Niedrigzinsen unter Druck. Großanleger wie Pensions- und Hedgefonds haben auf der Suche nach lohnenden Kapitalanlagen die Rückversicherung für sich entdeckt. Sie stecken Milliardensummen in Katastrophenanleihen und Zweckgesellschaften, mit denen sie für Schäden durch Naturkatastrophen haften.

Die Munich Re baut daher auf neuartige Verträge, mit denen sie ihre Kunden etwa gegen Risiken wie Datenverlust und Hackerangriffe im Internet versichern will. Ein anderes Modell sind Reputationsversicherungen, mit der sich Unternehmen gegen die Folgen von Imageschäden absichern können. Die Gewinnspannen und die Wachstumsraten seien in solchen neuen Geschäftsfeldern hoch, betonte die Munich Re. Im umkämpften klassischen Geschäft wollen die Münchner jedoch auf Vertragsvolumen verzichten, wenn die Prämien ihr zu niedrig erscheinen.

Aktie ist ein Kauf

Der Preiskampf in der Branche sollte im Aktienkurs der Munich Re mittlerweile eingepreist sein. Der Titel ist mit einem 2014er-KGV von 9 und einer Dividendenrendite von 4,7 Prozent sehr günstig bewertet und gerade für langfristig orientierte, konservative Anleger ein Kauf.

(Mit Material von dpa-AFX)

Artikel kommentieren:

Um einen Kommentar zu schreiben, müssen Sie eingeloggt sein.
Sie besitzen noch kein Login? Dann registrieren Sie sich kostenfrei.

  • Es sind noch keine Kommentare vorhanden.

Videos zum Thema:

Der Aktionär TV

Mehr zum Thema:

| Fabian Strebin | 0 Kommentare

Munich Re: Wie geht es jetzt weiter?

Die Munich Re hat mit den Zahlen zum Geschäftsjahr 2017 gestern den vierten Gewinnrückgang in Folge hinnehmen müssen. Anleger fragen sich zurecht, wie es jetzt weitergeht. Tatsächlich ist das Umfeld für die Branche alles andere als einfach: Anhaltende Niedrigzinsen in Europa und Herausforderungen … mehr
| Fabian Strebin | 0 Kommentare

Munich Re: Milliardenregen für die Aktionäre

Die vorläufigen Zahlen zum abgelaufenen Geschäftsjahr hatte die Munich Re schon Anfang Februar vorgelegt. Demnach verdiente der Rückversicherer 2016 zwar mit 2,6 Milliarden Euro mehr als die zuvor angepeilten 2,3 Milliarden Euro: Gegenüber 2015 bedeutet das aber einen Gewinnrückgang um 500 … mehr
| Fabian Strebin | 0 Kommentare

Munich Re klotzt bei Dividende

Die Munich Re hat im abgelaufenen Jahr mit 2,6 Milliarden Euro deutlich mehr verdient, als zuvor in Aussicht gestellt (2,3 Milliarden Euro). Im Gegensatz zum Vorjahr ging der Gewinn aber um 500 Millionen Euro zurück. Trotzdem hat der scheidende Vorstandsvorsitzende Nikolaus von Bomhard noch eine … mehr
| Fabian Strebin | 0 Kommentare

Munich Re auch auf der Suche?

Die Übernahmewelle in der Versicherungsbranche kommt 2017 ins Rollen. Neben der Allianz scheint auch die Munich Re auf der Suche nach einem Übernahmeziel zu sein. Laut Handelsblatt würde ein Zukauf aber nicht in der klassischen Rückversicherungssparte erfolgen. „Was wir dort zukaufen, könnten wir … mehr
| Fabian Strebin | 0 Kommentare

Munich Re: Das war nichts

Joachim Wenning wird zwar am 27. April Nikolaus von Bomhard an der Spitze der Munich Re ablösen. Doch Wenning räumt schon jetzt auf. Nach Unternehmensmeldungen wird die erst 2008 gegründete Gesundheitssparte, Munich Health, wieder aufgelöst. Ab 1. Februar wird das Segment im Bereich … mehr