MunichRe
- Nikolas Kessler - Redakteur

Munich Re: Gewinn bricht ein – Aktie rutscht ab

Munich Re, Münchner Rück, 20140318

Naturkatastrophen und Niedrigzinsen haben das Geschäft von Munich Re zu Jahresbeginn belastet. Der Gewinn ist im ersten Quartal stark zurückgegangen. Trotzdem sieht sich das Unternehmen auf einem guten Weg, das Gewinnziel für das laufende Jahr zu erreichen. Die Anleger sind da offenbar weniger optimistisch.

Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ist der Gewinn des weltgrößten Rückversicherers um knapp 16 Prozent auf 790 Millionen Euro abgesackt. Vor allem das Orkan-Tief „Niklas“, das Ende März über Europa gefegt war, hat Spuren in der Quartalsbilanz hinterlassen. Die Folgen werden bei Munich Re und der Erstversicherer-Tochter Ergo voraussichtlich mit 57 Millionen Euro zu Buche schlagen. Größter von Menschen verursachter Schaden war der Brand einer US-amerikanischen Raffinerie mit einem Schaden von 35 Millionen Euro. Durch den Absturz der Germanwings-Maschine in den französischen Alpen sieht das Unternehmen Kosten im niedrigen zweistelligen Millionen-Euro-Bereich auf sich zukommen.

Niedrigzins und Konkurrenzkampf

Darüber hinaus belastet der harte Preiskampf in der Branche das Ergebnis von Munich Re. Im Rahmen der jüngsten Vertragsrunde wurden zum 1. April unter anderem knapp 40 Prozent des Naturkatastrophengeschäfts erneuert. Insgesamt musste das Unternehmen dabei einen Preisrückgang um 2,6 Prozent verschmerzen. Auch die anhaltende Zinsflaute hinterlässt ihre Spuren: Das Kapitalanlageergebnis des Konzerns ist zu Jahresbeginn von zwei Milliarden auf 1,8 Milliarden Euro gesunken.

Trotz allem zeigte sich Finanzvorstand Jörg Schneider mit dem Quartalsergebnis zufrieden. „Der Jahresauftakt ist gelungen, obwohl die Kapitalanlage durch die expansive Politik der Notenbanken weiter erschwert wurde“, sagte der CFO am Donnerstag. Munich Re sei gut auf Kurs, auf Jahressicht das Ergebnisziel von 2,5 bis drei Milliarden Euro zu erreichen.

Stoppkurs beachten

Die Munich Re-Aktie hat am Donnerstagvormittag mit Kursverlusten auf den Zwischenbericht reagiert. Dadurch hat sich auch die charttechnische Situation weiter eingetrübt. Investierte Anleger bleiben dabei, sollten aber den Stopp bei 149 Euro im Auge behalten.

(mit Material von dpa-AFX)

Artikel kommentieren:

Um einen Kommentar zu schreiben, müssen Sie eingeloggt sein.
Sie besitzen noch kein Login? Dann registrieren Sie sich kostenfrei.

  • Es sind noch keine Kommentare vorhanden.

Videos zum Thema:

Der Aktionär TV

Mehr zum Thema:

| Fabian Strebin | 0 Kommentare

Munich Re: Was läuft da mit Warren Buffett?

Global Aerospace ist nur Fachleuten bekannt. Das Unternehmen tritt als Spezialversicherer im Luftfahrtbereich auf. Bisher hält die Munich Re bereits 40 Prozent an Global Aerospace und will laut Süddeutsche Zeitung den Anteil aufstocken. Der zweite Aktionär ist kein Geringerer als Warren Buffets … mehr
| Fabian Strebin | 0 Kommentare

Munich Re: Tochter ERGO greift an

Während die US-Hurrikans im vergangenen September der Munich Re die Jahresbilanz verhagelten, werkelt man beim Tochterunternehmen ERGO am Turnaround. Der Erstversicherer hat zwar zuletzt bekannt gegeben, dass man sich von Altverträgen in der Lebensversicherung doch nicht trennen will. Dafür wurde … mehr
| Fabian Strebin | 0 Kommentare

Munich Re: Mehr Aktien = mehr Rendite

Die Munich Re blickt wieder nach vorne: Nachdem im laufenden Jahr nach den Hurrikans in Amerika nur noch mit einem kleinen dreistelligen Millionengewinn zu rechnen ist, richtet sich der Fokus auf 2018. Der Rückversicherer ist sehr gut kapitalisiert und will das nutzen, um mehr Rendite einzufahren. mehr
| Fabian Strebin | 0 Kommentare

Munich Re: Tochter ERGO macht Rückzieher

Die Munich-Re-Tochter ERGO ist im Gesamtkonzern für den Erstversicherungsmarkt verantwortlich. Vertrieben werden vor allem Lebensversicherungen. Niedrigzinsen und veränderte Anlagegewohnheiten lasteten zuletzt auf dem Geschäft, weshalb ERGO eine Restrukturierung durchläuft. Beim Thema Altverträge … mehr