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- Werner Sperber - Redakteur

Münchener Rück: Der aktionärsfreundlichste Konzern

Die Sachkenner von Focus Money küren die Münchener Rückversicherung zur aktionärsfreundlichsten Aktiengesellschaft in Deutschland. Vom 1. Juni 2015 bis zum 15. April 2016 kaufte das Unternehmen für rund eine Milliarde Euro eigene Aktien zurück. Das entsprach einem Anteil von fast 3,5 Prozent am Grundkapital. Die Hauptversammlung vom 23. April erlaubte bereits das nächste Rückkaufprogramm und genehmigte eine Ausschüttung von 8,25 Euro je Aktie, was einer Dividendenrendite von 5,2 Prozent entsprach. Das ist national wie international ein Spitzenwert. Insgesamt schüttete der Konzern in den zurückliegenden zwölf Monaten mehr als 2,3 Milliarden Euro an die Eigentümer aus.

Das Geschäft der Münchener Rück dagegen lief dagegen nicht so gut. Die Erstversicherungs-Tochterfirma Ergo bereitet Sorgen. Deren Marktanteil sank bei den lukrativen Schadens- und Unfallversicherungen in Deutschland von 5,9 auf 5,3 Prozent und bei den Krankenversicherungen von 10,0 auf 9,3 Prozent. Anfang Juni dürfte der Vorstand einen Sanierungsplan vorlegen. Ebenfalls im Juni beginnt der sogenannte Budapest-Prozess beim Landgericht Hamburg. Dabei dürften wohl jahrelang schmutzige Einzelheiten zu den skandalträchtigen sogenannten Mitarbeiter-Motivationsreisen genüsslich in den Medien ausgebreitet werden.

Die Sachkenner von Focus Money raten vor diesem Hintergrund: Kauf‘ die schlechten Nachrichten. Die jüngste Kurskorrektur und die Aktienrückkäufe führten dazu, dass trotz des erwarteten Gewinnrückgangs wesentliche Kennziffern wie KGV und Dividendenrendite stabil blieben. Das Kursziel beträgt 191 Euro und der Stoppkurs sollte bei 140,20 Euro gesetzt werden.

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  • Tobias Ramming -
    Vielleicht wäre es lohnend, darauf hinzuweisen, dass Aktienrückkäufe nicht ganz unproblematisch sind; zum einen profitieren Vorstände in vielen Verträgen von höheren Aktienkursen, so dass es sich bei Rückkäufen auch um eine Art Konjunkturprogramm für die Vorstandsbezüge handelt und darüber hinaus macht es doch etwas nachdenklich, dass vor dem Hintergrund eines rückläufigen Marktanteils dem Unternehmen mit den Milliardenbeträgen keine sinnvolle Verwendung zur Mehrung des Unternehmenswertes in den Sinn kommt, welche langfristig für die Aktionäre von deutlich größerem Gewinn wäre. Es lässt doch auch aufhorchen, dass jemand wie Warren Buffet, der eine stabile Entwicklung bei den Erträgen schätzt, die zukünftige Entwicklung des Unternehmens als ganzen eher skeptisch betrachtet.

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