- DER AKTIONÄR

MTU - Volle Schubkraft?

Der Triebwerkshersteller MTU ist seit kurzem im MDax notiert. DER AKTIONÄR hat sich mit Vorstandschef Udo Stark über die Perspektiven von MTU unterhalten.

Der Triebwerkshersteller MTU ist seit kurzem im MDax notiert. der aktionär hat sich mit Vorstandschef Udo Stark über die Perspektiven von MTU unterhalten.

DER AKTIONÄR: Herr Stark, wie sieht derzeit die Umsatzverteilung bei MTU aus?

Udo Stark: Fast die Hälfte unseres Umsatzes entfällt auf den Bereich Zivile Triebwerke, etwa je ein Viertel tragen die Zivile Instandhaltung und die Militärischen Triebwerke zu den Erlösen bei. Am stärksten wächst unser ziviles Instandhaltungsgeschäft. Allein im ersten Halbjahr 2005 konnten wir hier gegenüber dem Vorjahr um über 30 Prozent zulegen. Bis in einigen Jahren wollen wir den Umsatzanteil der zivilen Instandhaltung auf rund 40 Prozent ausweiten. Das After-Sales-Geschäft, das einschließlich der Ersatzteile und militärischen Instandhaltung bereits heute rund zwei Drittel unseres Umsatzes ausmacht, wird also weiter wachsen.

In welchem Feld lassen sich die höchsten Margen erzielen?

Das Geschäftsmodell im zivilen Triebwerksbau wurde gelegentlich als Gilette-Prinzip bezeichnet. Neutriebwerke werden - bedingt durch den Wettbewerb - mit hohen Preisnachlässen verkauft. Ist ein Triebwerkshersteller erst mal am Flügel, verdient er mit jeder Flugstunde an der Instandhaltung und der Versorgung mit Ersatzteilen. Unsere Positionierung ist ausgesprochen solide. Weit über 10.000 Triebwerke mit MTU-Beteiligung sind weltweit unterwegs und Monat für Monat werden es mehr.

Ein häufig genannter Kritikpunkt ist die hohe Abhängigkeit von den fünf größten Kunden. Was können Sie dem entgegenhalten?

Unser größter Einzelkunde ist die Bundeswehr. Das militärische Geschäft ist sowohl technologisch als auch im Sinne einer stabilen Auslastung das Fundament der MTU. Addieren Sie das Geschäft mit den OEMs GE, Pratt&Whitney, IAE und Rolls-Royce hinzu, kommen Sie auf etwas über 60 Prozent des Umsatzes. Das ist an sich schon ausgewogen. Mit dem wachsenden Instandhaltungsgeschäft wird die Zahl wichtiger Airline-Kunden aber weiter zunehmen und der Umsatzanteil der großen Triebwerkshersteller zurückgehen.

Wie abhängig sind Sie beispielsweise von Entscheidungen der Luftwaffe?

Allen Unkenrufen zum Trotz: Die deutschen Regierungen haben sich in den europäischen Militärprogrammen immer vertragstreu gezeigt. Andere Regierungen - etwa in Großbritannien oder in Italien - können das nicht von sich behaupten. Dass die Tornado-Flotte reduziert wird, ist seit vielen Jahren absehbar beziehungsweise bekannt. Wir haben uns darauf eingestellt. Die Rückgänge aus diesem Programm werden in den kommenden Jahren durch die Serienproduktion in gleich drei neuen militärischen Triebwerksprogrammen mehr als kompensiert.

Herr Stark, wir bedanken uns für das Gespräch.

Das Interview führt Markus Horntrich.

Billiger als die Konkurrenz

Die Aktie von MTU ist aufgrund der starken Abhängigkeit von wenigen Kunden nicht ganz frei von Risiken. Der Wert ist mit einem 2006er-KGV von 15 dafür aber günstiger bewertet als die Konkurrenten. Zudem zahlt das Unternehmen eine ansehnliche Dividende, die aktuell eine Rendite von knapp drei Prozent verspricht. Vor diesem Hintergrund ist die Aktie mit Kursziel 32,50 Euro kaufenswert.

MTU Aero Engines

 

ISIN DE000A0D9PT0
Kurs am 07.10.2005 25,25 E
Empfehlungskurs 26,20 E
Ziel 32,50 E
Stopp 22,50 E
KGV 06e 14
Chance/Risiko 4/3

 

Artikel aus DER AKTIONÄR (42/05).

 

Artikel kommentieren:

Um einen Kommentar zu schreiben, müssen Sie eingeloggt sein.
Sie besitzen noch kein Login? Dann registrieren Sie sich kostenfrei.

  • Es sind noch keine Kommentare vorhanden.

Videos zum Thema:

Der Aktionär TV