MPH Vz.
- Michael Schröder - Redakteur

MPH-Vorstand: "Sind ein wachstumsstarker ein Dividendentitel"

Rasantes Umsatzwachstum, steigende Gewinne und eine hohe Dividendenrendite. Davon träumen viele Unternehmenslenker. Für Dr. Christian Pahl, Finanzchef der Berliner MPH Mittelständische Pharma Holding AG, sind das keine Träume mehr. DER AKTIONÄR traf den Vorstand zum Hintergrundgespräch.

DER AKTIONÄR hat bereits bei der Vorstellung als Tipp des Tages erklärt, dass die MPH AG dank weiterer Zulassungen, dem Ausbau der Internationalisierung und der Erschließung neuer Kundensegmente weiter rasant wachsen dürfte. DER AKTIONÄR sprach mit dem MPH-Finanzchef Dr. Christian Pahl über die aktuelle Situation sowie die Aussichten der Gesellschaft.

DER AKTIONÄR: Herr Dr. Pahl, haben die Staatsschuldenkrise oder die Rezessionsängste einen Einfluss auf Ihr Geschäft?

Dr. Christian Pahl: Die Staatsschuldenkrise hat uns bisher keine negativen Einflüsse gebracht. Wir könnten von der Krise sogar graduell profitieren. Die Apotheken in Deutschland haben ausreichend Kapital und in Europa - zum Beispiel in Griechenland - verkauft der Großhandel die Medikamente gerne an uns und nicht an die öffentlichen Krankenhäuser, wo er dann möglicherweise lange auf sein Geld warten muss. Rezessionsängste haben wir auch keine. Wir erzielen 50 Prozent unserer Umsätze im Bereich der Onkologie und 20 Prozent im HIV-Bereich. Die Patienten müssen behandelt werden - egal in welchem wirtschaftlichen Umfeld.

Sie bewegen sich aber in einem stark regulierten Marktumfeld. Die Herstellerrabatte wurden 2010 im Rahmen des GKV-Änderungsgesetzes erhöht. Welche Auswirkungen ergeben sich daraus auf Umsatz und Gewinn?

Die pharmazeutischen Herstellbetriebe verlieren Marge durch die Erhöhung der Herstellerrabatte. Diesem Trend können wir uns auch nicht komplett entziehen. Wir verfügen jedoch über eine schlanke Kostenstruktur und daher konnten wir die negativen Effekte aus der Erhöhung der Herstellerrabatte zu einem großen Teil gut auffangen. Zudem konnten wir unsere günstigen Einkaufpreise weiter verbessern, ein wichtiger Sachverhalt, der die Ergebnismarge entlastet hatte. Hoffnung macht uns die für den Sommer 2013 geplante Reduzierung der Zwangsrabatte. Einige große Pharmakonzerne arbeiten sogar an einer vorzeitigen Herabsetzung.

Wenn Sie in der Gesundheitspolitik einen Wusch frei hätten, wie würde dieser dann aussehen?

Die Politik soll bitte weniger Eingriffe in die Vergütungsprozesse nehmen. Es dürfen nicht nur die Verwaltungsstrukturen alimentiert werden. Das produziert viel zu viel Bürokratie. Die Rabattsysteme sind zu kompliziert und damit nur schwer umzusetzen. 

Zurück zur Realität. Sind Sie mit der jüngsten Geschäftsentwicklung zufrieden?

Ja. Wir werden am 8. März das vorläufige Ergebnis des abgelaufenen Geschäftsjahres veröffentlichen. Aus heutiger Sicht haben wir das Ziel eines Umsatzwachstums um rund 30 Prozent auf 145 Millionen Euro erreicht. Für konkrete Aussagen zur Profitabilität ist es derzeit aber noch zu früh, um eine klare Aussage zu treffen. 

MPH hat in der Vergangenheit die Investoren am Unternehmensgewinn überdurchschnittlich in Form von Dividenden partizipieren lassen. Soll diese Strategie beibehalten werden?

In jedem Fall. Die MPH-Aktie ist ein Dividendentitel. Ich gehe daher davon aus, dass auf der nächsten Hauptversammlung Ende Juni wieder die Auszahlung einer hohen Dividende beschlossen wird. Auch in Zukunft soll der überwiegende Teil des Bilanzgewinns ausgeschüttet werden. Ob die Quote dabei analog zum Gewinn ansteigen wird, ist noch offen.

Es war zu hören, dass auf der nächsten Hauptversammlung  auch die Zusammenlegung der Vorzugs- und der Stammaktien ein Thema sein  wird. Wie ist der Stand der Dinge?

Auch hier ist noch nichts fix. Wir arbeiten auf diese Zusammenlegung hin. Es ist ein laufender Prozess. Auf mittlere Sicht planen wir mit Stammaktien in den Geregelten Markt zu gehen. Unser Fokus liegt aber darauf, das operative Geschäft weiter voranzutreiben.

Wo sehen Sie die MPH in drei Jahren?

Bis dahin sollten wir in den Bereichen Human- und Veterinärmedizin die bereits bearbeiteten Therapiegebieten wie Onkologie, HIV, Rheuma, Neurologie und Herz-Kreislauf-Therapien weiter ausgebaut und weitere Therapiegebiete erfolgreich erschlossen haben.

Vielen Dank für das Gespräch!

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