Lukoil Oil
- DER AKTIONÄR

Moskauer Börse auf Rekordkurs

Die russische Wirtschaft läuft auf Hochtouren, die Konsumausgaben der Russen steigen kräftig und die Inflationsrate dürfte gemäß den Prognosen des russischen Vizepremiers Alexander Schukow bis 2009 von neun auf 5,5 Prozent sinken. Für den russischen Aktienmarkt, der mit einem 2006er-KGV von 9 attraktiv bewertet ist, sind dies ausgezeichnete Rahmenbedingungen, die mittelfristig weitere Kurszuwächse erwarten lassen.

Russische Aktien verbuchten in den vergangenen Jahren stattliche Kursgewinne. Bei ausgewählten Werten können Anleger nach wie vor einsteigen.

Die russische Wirtschaft läuft auf Hochtouren, die Konsumausgaben der Russen steigen kräftig und die Inflationsrate dürfte gemäß den Prognosen des russischen Vizepremiers Alexander Schukow bis 2009 von neun auf 5,5 Prozent sinken. Für den russischen Aktienmarkt, der mit einem 2006er-KGV von 9 attraktiv bewertet ist, sind dies ausgezeichnete Rahmenbedingungen, die mittelfristig weitere Kurszuwächse erwarten lassen.

Gazprom und Lukoil

Wie DER AKTIONÄR in Ausgabe 43 berichtete, erhält Gazprom bei verschiedenen Öl- und Gasprojekten Unterstützung von einem prominenten Mehrheitsaktionär – dem russischen Staat. Dieser verfolgt das Ziel, den weltweit größten Gaskonzern verstärkt an der Ausbeutung russischer Bodenschätze zu beteiligen. Sehr interessant ist zudem, dass Gazprom Ende September eine 19,4-prozentige Beteiligung an dem zweitgrößten russischen Gasproduzenten Novatek erworben hat. In Anbetracht der guten Wachstumsperspektiven ist die Aktie an schwachen Tagen nach wie vor kaufenswert.

Dank des hohen Ölpreises konnte Lukoil den Nettogewinn im ersten Halbjahr 2006 um 53,9 Prozent auf 2,6 Milliarden Dollar steigern. In Zukunft könnte sich das Gewinnwachstum jedoch deutlich verringern, da mittelfristig ein weiterer Verfall des Ölpreises zu erwarten ist. Hinzu kommt, dass das russische Ministerium für Bodenschätze gedroht hat, dem Ölgiganten wegen Verstößen gegen Umweltauflagen 19 Ölfeldlizenzen zu entziehen. Demnach überwiegen bei Lukoil derzeit die Risiken, weshalb investierte Anleger ihre Gewinne bei der Aktie realisieren sollten.

Vimpelcom und Sberbank

Der russische Mobilfunkanbieter Vimpelcom konnte den Nettogewinn im vergangenen Jahr um 75,6 Prozent auf 615,1 Millionen Dollar steigern. Der Gewinnanstieg um 22,7 Prozent auf rund 195 Millionen Dollar im zweiten Quartal 2006 verdeutlicht, dass die Wachstumsstory bei Vimpelcom zwar nach wie vor intakt ist, aber die Gewinndynamik allmählich nachlässt. Mit einem 2007er-KGV von 17 ist die Aktie kein Schnäppchen mehr und kommt daher nur noch für spekulative Anleger in Frage.

Der russische Bankensektor dürfte langfristig noch kräftig wachsen. Schließlich besteht in Russland ein enormer Nachholbedarf bei Hypothekenkrediten. Auch in puncto Geldanlage dürfte sich noch einiges verändern, denn die russische Bevölkerung bunkert geschätzte 80 Milliarden Dollar zuhause als „Matratzengeld“. Ein großer Teil dieses Kapitals dürfte in den kommenden Jahren bei Banken, die als seriös einschätzt werden, als Spareinlagen eingezahlt werden. Davon sollte vor allem die Sberbank profitieren, die in Russland schon heute als vertrauenswürdigste Bank gilt. Das mit Abstand größte russische Finanzinstitut konnte den Nettogewinn im zurückliegenden Jahr um stolze 262 Prozent auf umgerechnet 1,94 Milliarden Euro steigern und sollte vom zukünftigen Wachstum des russischen Bankensektors enorm profitieren. Außerdem dürfte die russische Zentralbank, die 60,57 Prozent der Sberbank-Anteile hält, den Marktführer auch künftig unterstützen, denn letztlich profitiert sie als Mehrheitsaktionärin am meisten von einer positiven Geschäftsentwicklung des Branchenführers. Aufgrund der hervorragenden Marktposition und der guten Wachstumschancen ist die Sberbank-Aktie eine interessante Depotbeimischung für langfristig orientierte Anleger.

Finanztitel bevorzugen

In Russland zeichnet sich die Bankenbranche im Vergleich zu anderen Sektoren durch ein überdurchschnittliches Wachstumspotenzial aus. Daher sollten Anleger zum gegenwärtigen Zeitpunkt am ehesten in chancenreiche Finanztitel investieren, zu denen auch die Aktie der Sberbank zählt.

Erschienen in DER AKTIONÄR Ausgabe 45/2006.

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