Morphosys
- Marion Schlegel - Redakteurin

Morphosys-Aktie: Analysten-Schock überwunden?

Nachdem die Aktie in der zweiten Hälfte der vergangenen Woche deutlich aufholen konnte (das Papier gewann mehr als zehn Prozent), muss Morphosys am heutigen Dienstag etwas Federn lassen. Die Aktie verliert 1,8 Prozent auf 44,42 Euro. Ein positives Signal würde der Sprung über das jüngste Verlaufshoch bei 46,63 Euro bringen.

Belastet hat zuletzt ein Analystenkommentar der US-Investmentbank Goldman Sachs. Sie hat das Kursziel für Morphosys von 45 auf 43 Euro gesenkt und die Einstufung auf "Neutral" belassen. Er berücksichtige nicht länger seine Schätzungen für den Wirkstoff Bimagrumab beim Einsatz gegen eine spezielle Muskelerkrankung, nachdem eine entsprechende Phase-III-Studie nicht fortgesetzt worden sei, schrieb Analyst Keyur Parekh in einer Studie vom Donnerstag.

Das Analysehaus Independent Research hat die Einstufung für Morphosys nach Zahlen ebenfalls auf "Halten" belassen. Die Experten sehen das Kursziel aber bei 48 Euro. Die Gewinne des Antikörperspezialisten hätten die Erwartungen im ersten Quartal übertroffen, schrieb Analyst Bernhard Weininger in einer Studie vom Dienstag. Er sieht moderates Aufwärtspotenzial.

Guselkumab jetzt im Fokus

DER AKTIONÄR sieht die aktuelle Schwächephase weiterhin als Kaufchance, auch wenn der bislang am weitesten fortgeschrittene Produktkandidat Bimagrumab enttäuscht hat. Der Kooperationspartner Novartis hat bestätigt, dass die Phase 2b/3-Studie von Bimagrumab (BYM338) in sporadischer Einschlusskörpermyositis (sIBM) ihren primären Endpunkt nicht erreicht hat. sIBM ist eine seltene, schwere Muskelerkrankung, gekennzeichnet durch fortschreitende Muskelschwäche und Muskelschwund. Im Lauf der Zeit verlieren Patienten die Fähigkeit zu laufen, durchleben Stürze und Verletzungen, verlieren ihre Handfunktion und haben Schluckbeschwerden. Die Daten werden aktuell weiter ausgewertet, um über das weitere Entwicklungsprogramm von Bimagrumab zu entscheiden. Derzeit laufende klinische Studien werden aktuell nicht gestoppt.

Nichtsdestotrotz – Morphosys hat über 100 Projekte in der Pipeline. Mit Guselkumab hat Morphosys ein weiteres heißes Eisen im Feuer, von dem ebenfalls noch in diesem Jahr abschließende Studienergebnisse erwartet werden. Positive Daten hätten die erste Zulassung für Morphosys zur Folge, was an der Börse deutlich honoriert werden dürfte. Die Aktie ist mit der jüngsten Enttäuschung aber deutlich spekulativer geworden. Einen weiteren Rückschlag würden die Anleger wohl erst einmal nicht verzeihen. Die Aktie eignet sich deswegen nur für risikobereite Anleger.

(Mit Material von dpa-AFX)

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