Morphosys
- Michael Schröder - Redakteur

Morphosys: Zahlen nicht überbewerten und den Blick nach vorne richten

Morphosys hat das abgelaufene Geschäftsjahr wie erwartet mit rückläufigen Umsätzen und Gewinnen abgeschlossen. Der Ausblick scheint nur auf den ersten Blick recht konservativ. Kommt es 2013 zu der Auslizenzierung der potenziellen Rheuma-Therapie MOR103 dürfte die Aktie wieder die alten Höchstkurse anvisieren.

Morphosys hat das abgelaufene Geschäftsjahr wie erwartet mit rückläufigen Umsätzen und Gewinnen abgeschlossen. Der Konzernumsatz aus dem fortgeführten Geschäft reduzierte sich im Vergleich zum Vorjahr um 37 Prozent auf 51,9 Millionen Euro. Morphosys hatte Anfang Januar den Geschäftsbereich AbD Serotec verkauft. Inklusive der Sparte hätten die Bayern nach eigenen Angaben den Umsatz auf rund 70 Millionen Euro gesteigert und damit die für 2012 angepeilten Erlöse in Höhe von 70 bis 75 Millionen Euro am unteren Ende der Spanne erreicht. Operativ wiesen die Bayern ein EBIT in Höhe von 2,5 Millionen Euro aus nach 9,8 Millionen Euro im Vorjahr. Auch dies lag im Rahmen der Unternehmenserwartungen. Nach einem starken Vorjahr mit einer millionenschweren Sonderzahlung hat Morphosys das abgelaufene Geschäftsjahr mit einem Gewinnrückgang abgeschlossen. Unter dem Strich ist der Überschuss von 8,2 Millionen Euro im Vorjahr auf 1,9 Millionen Euro gesunken.

Gespräche laufen

Im Rückblick auf 2012 kann Unternehmenschef Simon Moroney mit einem Kursanstieg der Morphosys-Aktie um zeitweise fast 70 Prozent sehr zufrieden sein. 2013 dürfte er zumindest nachrichtentechnisch nachlegen. Großes Ziel ist die Auslizenzierung der potenziellen Rheuma-Therapie MOR103. "Die Gespräche laufen, wir lassen uns aber nicht unter Druck setzen. Anders als viele andere Biotech-Firmen stehen wir finanziell gut da, wir sind nicht gezwungen, irgendeinen Deal anzunehmen." Kommt eine Auslizenzierung zustande, wird das Potenzial von MOR103 wie auch das der gesamten Morphosys-Pipeline in einem anderen Licht erstrahlen.

Konservative Prognosen

Ohne die Auslizensierung des eigenen Wirkstoffs wird ein Umsatz von 48 Millionen bis 52 Millionen Euro angepeilt. Operativ wird mit einem EBIT-Verlust in Höhe von 18 bis 22 Millionen Euro gerechnet. 2011 hatten die Bayern dank einer hohen Zahlung des größten Kooperationspartners Novartis inklusive der kürzlich verkauften Sparte AbD Serotec einen Umsatz von gut 100 Millionen Euro in den Büchern stehen.

Viel Fantasie

Die TecDAX-Aktie hat ihren fulminanten Aufwärtstrend bereits vor wenigen Tagen beendet - und ist über 20 Prozent vom Hoch zurückgefallen. DER AKTIONÄR hat bereits erklärt, dass man das aktuelle Zahlenwerk der Gesellschaft nicht überbewerten sollte. Gelingt Moroney im laufenden Jahr die genannte Auslizenzierung, dürfte die Aktie neue Bestmarken markieren. Im Bereich zwischen 27 und 28 Euro sollte die Aktie daher wieder erneut nach oben drehen. Investierte Anleger behalten dennoch ihren Stopp bei 25,70 Euro im Auge.

mit Material von dpa-FX

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