Ebay
- DER AKTIONÄR

Monopoly

Vom Glanz früherer Zeiten ist Ebay derzeit in etwa so weit entfernt wie der Schlagerbarde Jürgen Drews von einem Nummer-1-Hit. Der Aktienkurs von Ebay hat seit 2006 rund 30 Prozent an Wert verloren. Die günstige Bewertung der Titel und „heiße“ Übernahmegerüchte machen die Papiere jetzt attraktiv.

Der Aktienkurs von Ebay hat seit 2006 rund 30 Prozent an Wert verloren. Die günstige Bewertung der Titel und „heiße“ Übernahmegerüchte machen die Papiere attraktiv.

Vom Glanz früherer Zeiten ist Ebay derzeit in etwa so weit entfernt wie der Schlagerbarde Jürgen Drews von einem Nummer-1-Hit. Was dem Konzern nach Ansicht vieler Investoren fehlt, sind frische Wachstumsimpulse im Kerngeschäft mit Online-Auktionen.

Gute Kaufgründe

Die Gewinndynamik ist ein Problem, zugegeben, aber zum aktuellen Zeitpunkt sprechen mehr Gründe für denn gegen einen Kauf der Titel. Einhergehend mit den Kursverlusten hat sich etwa die fundamentale Bewertung der Aktien deutlich reduziert. Mit einem Gewinnvielfachen von 16 auf Basis der Schätzungen für 2009 ist Ebay so günstig wie nie zuvor. Was gerne übersehen wird: Ebay besitzt noch immer ein Quasi-Monopol bei Internetauktionen.
Hinzu kommt, dass der Konzern regelrecht im Geld schwimmt: 4,4 Milliarden Dollar schlummern derzeit in der Firmenkasse. Genug, um damit beispielsweise eigene Aktien zurückzukaufen. Neben der Kurspflege würde dies die Bewertung weiter reduzieren. Schließlich ließe sich mit dem Milliardenpolster aber auch expandieren. Gerüchteweise hat Ebay ja Interesse am koreanischen Konkurrenten Gmarkets bekundet. Ebay ist schon in Korea aktiv und liefert sich dort mit Gmarkets einen harten Preiskampf. Durch den Kauf erhielten die Amerikaner die Internet-Kontrolle über ein Land mit 50 Millionen Menschen und einer ausgezeichneten Infrastruktur.

Fazit

Gemessen an den Aussichten ist Ebay zu günstig bewertet – vor allem, wenn es tatsächlich zum Kauf von Gmarkets kommt. 2008 könnte die Aktie deshalb ihr Comeback feiern. Ganz im Gegensatz zu Jürgen Drews.

Erschienen in DER AKTIONÄR Ausgabe 03/2008.

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