KOHLBERG CAPITAL DL -,01
- DER AKTIONÄR

Moneten mit Heuschrecken

Im Dezember 2006 gab Kohlberg Capital sein Börsendebüt. Ein halbes Jahr später notiert der Titel schon 30 Prozent über dem Ausgabekurs von 15 Dollar. Damit ist das Ende der Fahnenstange aber wohl noch nicht erreicht, denn das Kohlberg-Management hat sich eine Menge vorgenommen. Die Familie Kohlberg, mit 20 Prozent am Kapital beteiligt, dürfte den Expansionskurs voll unterstützen.

Seit dem Börsengang übertrifft Kohlberg Capital die Erwartungen der Wall Street. Der Kurs dürfte weiter steigen.

Im Dezember 2006 gab Kohlberg Capital sein Börsendebüt. Ein halbes Jahr später notiert der Titel schon 30 Prozent über dem Ausgabekurs von 15 Dollar. Damit ist das Ende der Fahnenstange aber wohl noch nicht erreicht, denn das Kohlberg-Management hat sich eine Menge vorgenommen. Die Familie Kohlberg, mit 20 Prozent am Kapital beteiligt, dürfte den Expansionskurs voll unterstützen.

Das Konzept geht auf

Kohlberg vergibt Kredite an amerikanische Mittelständler. Im Schnitt beträgt das Kreditvolumen vier Millionen Dollar pro Kunde. Zumeist handelt es sich um Unternehmen aus der Old Economy, etwa aus den Sektoren Automobil, Verpackung oder Nahrungsmittel. Dabei erzielt Kohlberg einen Zinssatz, der 4,2 Prozent über dem Referenzzinssatz im Interbankengeschäft liegt. Bei den Deals arbeitet Kohlberg eng mit Regionalbanken, Private-Equity-Firmen und Wall-Street-Häusern zusammen. Transaktionen kommen nur gemeinsam mit anderen solventen Investoren zustande. Neben der Kreditvergabe haben sich die New Yorker unter anderem auf hochverzinsliche Bonds und Firmenbeteiligungen spezialisiert. Die Kohlberg-Tochter Katonah Debt Advisors managt ein 1,7 Milliarden US-Dollar schweres Kreditportfolio für Dritte. Aus diesen Geschäften streicht Kohlberg eine Verwaltungsgebühr von sechs Millionen Dollar jährlich ein. Diese Summe dürfte bald steigen, denn Kohlberg will das verwaltete Volumen um eine Milliarde Dollar bis zum Jahresende erhöhen.

Solide Bilanz, hohe Dividende

Die Bilanzsumme von Kohlberg ist auf 299 Millionen Dollar angewachsen. Das Eigenkapital deckt mit 265 Millionen Dollar den Großteil der Bilanz ab. Im ersten Quartal erzielte Kohlberg einen Gewinn je Aktie von 0,30 Dollar. Analysten hatten im Schnitt mit 0,27 Dollar je Anteilschein gerechnet. Der Gewinn wird fast vollständig an die Aktionäre ausgeschüttet. Im Gesamtjahr 2007 wird Kohlberg aller Voraussicht nach 1,31 Dollar je Aktie verdienen. Für das nächste Jahr erwarten die Experten 1,65 Dollar. Damit ergibt sich ein aktuelles 2008er-KGV von 12. Ein weiteres Kaufargument ist die Dividendenrendite, die derzeit 6,7 Prozent beträgt.

Expansion treibt Kurs

Derzeit hat Kohlberg lediglich das frische Kapital aus dem Börsengang investiert. Vorstandslenker Pearson dürfte nun die eigene Kreditlinien in Anspruch nehmen und möglicherweise eine zweite Kapitalerhöhung platzieren, um das Wachstum weiter zu forcieren. Der Expansionsdrang, die günstige Bewertung und die stattliche Dividendenrendite sind gewichtige Kaufargumente für die Heuschrecken-Aktie.

Kursziel für Kohlberg: 19,00 Euro. Stopp: 11,70 Euro.

Erschienen in DER AKTIONÄR Ausgabe 25/2007.

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