Commerzbank
- Nikolas Kessler - Redakteur

Mögliche Commerzbank-Übernahme: ING zieht nach, Unicredit dementiert

Medienberichte, wonach Unicredit Berater zur Vorbereitung eines Übernahmeangebots angeheuert haben soll, haben der Commerzbank-Aktie am Dienstagnachmittag kräftigen Rückenwind gegeben. Am Abend dann die Meldung, dass auch der niederländische Konkurrent ING nachzieht. Kann die CoBa-Aktien ihren Vorsprung heute ausbauen?

Laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Bloomberg führt der ING-Vorstand informelle Gespräche mit der kleinen New Yorker Investmentbank Perella Weinberg Partners, um ein mögliches Übernahmeangebot für die Commerzbank auszuloten.

ING wird ebenso wie die italienische Unicredit seit Längerem als potenzieller Interessen für die Commerzbank gehandelt. Medienberichten zufolge habe ING-Vorstandschef Ralph Hamers die Bundesregierung und CoBa-Chef Zielke bereits im April um die Aufnahme entsprechender Gespräche gebeten. Offizielle Übernahmegespräche zwischen den Instituten gibt es bislang aber nicht.

Unicredit dementiert Mandatierung

Am Dienstagnachmittag hatte Reuters unter Berufung auf Bankenkreise berichtet, dass Unicredit die US-Investmentbanken JPMorgan und Lazard engagiert hätte, um eine mögliche Übernahme der Commerzbank zu prüfen (DER AKTIONÄR berichtete). Dieser Darstellung hat die italienische Großbank am Abend auf Nachfrage der italienischen Bankenaufsicht widersprochen.

Man habe kein Bankenmandat mit Bezug zu den Übernahmegerüchten unterzeichnet und fokussiere sich auf den erfolgreichen Abschluss der Strategie „Transform 2019“, heißt es in einem Statement de Instituts.

Übernahmefantasie beflügelt nur kurz

Trotz des Unicredit-Dementis hat die neu aufgeflammte Übernahmefantasie den Kurs der Commerzbank-Aktie weiter angetrieben. Nachdem er am Dienstag bereits um über vier Prozent bergauf ging, startete die CoBa-Aktie auch am Mittwochmorgen fester in den Handel. Einen Teil der Gewinne muss sie im Laufe des Vormittags allerdings wieder abgeben.

DER AKTIONÄR rechnet mittelfristig aber mit weiteren Impulsen durch die anhaltenden Übernahmespekulationen und hält daher an seiner Trading-Empfehlung fest.

Artikel kommentieren:

Um einen Kommentar zu schreiben, müssen Sie eingeloggt sein.
Sie besitzen noch kein Login? Dann registrieren Sie sich kostenfrei.

  • Es sind noch keine Kommentare vorhanden.

Videos zum Thema:

Der Aktionär TV

Mehr zum Thema:

| Nikolas Kessler | 0 Kommentare

Commerzbank: Jetzt bremst auch noch die BaFin

Bei der Hauptversammlung am Mittwoch hat sich Commerzbank-Chef Martin Zielke zwar grundsätzlich offen für etwaige Fusionen gezeigt, konkrete Gerüchte über ein Angebot des Rivalen ING aber zurückgewiesen. Auch die deutsche Finanzaufsicht BaFin bremst nun die Hoffnung auf eine grenzüberschreitende … mehr
| Nikolas Kessler | 0 Kommentare

Commerzbank-Chef Zielke: Offen für Fusion, aber…

Nach dem Scheitern der Fusionsgespräche mit der Deutschen Bank Ende April steht die Hauptversammlung der Commerzbank am heutigen Mittwoch ganz im Zeichen der künftigen strategischen Ausrichtung. Dabei zeigt sich Vorstandschef Zielke grundsätzlich offen für Fusionen, tritt aber gleichzeitig auf die … mehr
| Nikolas Kessler | 1 Kommentar

Commerzbank: Klare Absage aus Frankreich

Die Fusionsgespräche mit der Deutschen Bank sind geplatzt, doch Spekulationen auf eine Übernahme der Commerzbank durch einen europäischen Rivalen halten sich hartnäckig. Auch die französische BNP Paribas wurde bisher als potenzieller Interessent gehandelt, hat etwaigen Annäherungsversuchen nun aber … mehr