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- DER AKTIONÄR

Mit Wucht nach vorne

Die Luft wird dünner. Das bekommt auch Netflix, der führende amerikanische DVD-Verleiher zu spüren. Im traditionellen Geschäft, in dem Kunden über das Internet DVDs auswählen und diese dann per Post zugeschickt bekommen, steht das Unternehmen unter Dauerbeschuss von Konkurrenten wie Blockbuster. Neue Medien wie Video-on-demand graben dem Branchenriesen ebenfalls langsam das Wasser ab.

Netflix geht in die Offensive – mit einem Millionenbudget will sich der DVD-Verleiher die Vorherrschaft bei Video-Downloads sichern.

Die Luft wird dünner. Das bekommt auch Netflix, der führende amerikanische DVD-Verleiher zu spüren. Im traditionellen Geschäft, in dem Kunden über das Internet DVDs auswählen und diese dann per Post zugeschickt bekommen, steht das Unternehmen unter Dauerbeschuss von Konkurrenten wie Blockbuster. Neue Medien wie Video-on-demand graben dem Branchenriesen ebenfalls langsam das Wasser ab. Um die Marktstellung auch zukünftig verteidigen zu können, investiert Netflix massiv in die Zukunftstechnologien.

Multimillionen Dollar Investition

Mit 40 Millionen Dollar steigt der Konzern bei digitalen Downloads ein. Das erscheint im ersten Moment ambitioniert, zumal Netflix bereits über eine erstklassige technische Infrastruktur verfügt. „Wir bezahlen mit dem Geld hauptsächlich für die Inhalte“, erklärte Neil Hunt, verantwortlich für den Bereich Produkte, jüngst in einem Interview das Vorgehen. Nur ein kleiner Teil der Investition entfalle auf die Technik.

Apple-Fans gucken in die Röhre

Wenn der Dienst angenommen wird, könnte sich das Geschäft trotz der Vorleistungen für Netflix lohnen. Das Unternehmen verfügte Ende des dritten Quartals über 5,7 Millionen Kunden, von denen 75 Prozent mit dem Angebot erreicht werden. Die Quote wird sich nach Einschätzung Hunts erhöhen, wenn der Downloaddienst nicht mehr ausschließlich für PCs funktioniert, sondern auch für Apples Mac-Serie und über den Fernseher. Die Online-Offensive besitzt aber auch aus einem anderen Grund einen gewissen Charme für den Konzern: „Netflix hat bislang mehr als 300 Millionen Dollar für den Versand von DVDs ausgegeben. Durch den Wechsel auf ein Online-Format können wir letztlich Einsparungen in gleicher Höhe erzielen.“

Statt die klassische Download-Variante anzuwenden wie beispielsweise CinemaNow, hat sich Netflix für ein System entschieden, bei dem die Kunden das Programm sofort starten und dann zwischen einzelnen Titeln hin und her springen können. Um das Angebot zu nutzen müssen Netflix-Kunden lediglich ein kleines Programm auf ihrem PC installieren. Ist das geschehen, können sie pro Monat zwischen sechs und 48 Stunden Shows, Fernsehserien und Filme ansehen. Wie lange ein Kunde das Angebot nutzen kann, hängt davon ab, welches Abo-Paket er abgeschlossen hat. Die Datenbank umfasst anfangs circa 1.000 Filme und TV-Shows.

Film ab

Der enorme Kundenzuwachs in den letzten Jahren hat bei Netflix die Gewinne in die Höhe schnellen lassen – allein von 2003 bis 2006 um 600 Prozent auf mehr als 40 Millionen Dollar. Mit der Investition in die neuen Medien stellt der Konzern nun die Weichen für das zukünftige Wachstum. Die Erfolgsstory kann also weitergehen.

Erschienen in DER AKTIONÄR Ausgabe 09/2007.

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