- DER AKTIONÄR

Missratene Tochter

DaimlerChrysler bekommt in Sachen Smart Unterstützung von Goldman Sachs. Können die beiden Partner aus dem Sorgenkind doch noch eine Vorzeigefirma machen?

Ein einzelner Mann kann keinen Konzern retten? Und er allein macht auch noch lange keinen Aktienkurs? Das dürften die Aktionäre von Daimler Chrysler in den letzten Monaten etwas anders gesehen haben. Seit nämlich bekannt wurde, dass Dieter Zetsche Jürgen Schrempp als Chef des schwäbischen Automobilherstellers ablösen würde, hat sich der Aktienkurs prächtig entwickelt.

Sporen bei Chrysler verdient

Die Vorschusslorbeeren der Börse für Zetsche sind nicht unbegründet. Der Mann mit dem Schnauzbart hat sich bereits mit der Sanierung der US-Tochter Chrysler seine Sporen verdient: Nachdem er dort Ende 2000 die Führung übernommen hatte, schaffte er es, Überkapazitäten zu reduzieren und die Unternehmensergebnisse zu steigern. Und ganz nebenbei verbesserte er noch die Qualität der Autos. Resultat seiner Arbeit: 2005 verkaufte Chrysler weltweit mehr als 2,8 Millionen Fahrzeuge.

Wie erziehe ich ein Sorgenkind?

Das Chrysler-Ergebnis hat auch großen Anteil daran, dass der Gesamtkonzern mit seinen Verkaufszahlen im vergangenen Jahr zum ersten Mal die 4-Millionen-Marke überschritt. Doch Zetsche, der seit Anfang Januar nun offiziell für die Leitung des Gesamtkonzerns verantwortlich ist, hat noch eine Menge Arbeit vor sich. Nicht nur, dass er mit der Marke Mercedes nicht den Anschluss an die Wettbewerber Audi und BMW verlieren darf. Er muss auch zusehen, dass er die Probleme mit dem größten Sorgenkind, dem Kleinwagen Smart, in den Griff bekommt. Kostet jeder Smart den DaimlerChrysler-Konzern einem Bericht der Süddeutschen Zeitung zufolge doch 6.000 Euro. Immerhin – in diesem Punkt hat Zetsche jetzt eine erste Lösung anbieten können. Gemeinsam mit der Investmentbank Goldman Sachs macht sich DaimlerChrysler auf die Suche nach Interessenten an einer Partnerschaft mit der Marke Smart. Das gab Zetsche Anfang letzter Woche im Rahmen der Detroit Motor Show bekannt. Zur Freude der Börse: Der Aktienkurs zog im Anschluss an die Meldung um zwei Prozent an.

Fazit

Weitere Kurssteigerungen der DaimlerChrysler-Aktie sind durchaus möglich. Der Sanierungskurs nimmt dank des Smart-Auftrags für Goldman Sachs nun schärfere Konturen an. Unter charttechnischen Gesichtspunkten wäre für das Papier jedenfalls erst einmal der Weg frei bis zum Hoch aus dem Jahr 2001 bei knapp 58 Euro. der aktionär empfiehlt Anlegern den Aufbau einer Position.

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