Vonovia
- Martin Mrowka - Redakteur

Vonovia schnappt sich österreichische Buwog - geht der Höhenflug noch weiter?

Deutschlands größter Immobilien-Konzern wächst weiter. Nun soll der österreichische Konkurrent Buwog für 5,2 Milliarden Euro in bar übernommen werden. Trotz der recht hohen Summe für das Angebot kletterte die Vonovia-Aktie auf ein neues Allzeithoch.

Kein Schnäppchen

Wie Vonovia am Montag in Bochum mitteilte, soll den Buwog-Aktionären ein Übernahmeangebot von 29,05 Euro je Aktie in bar gemacht werden – ein Aufschlag von gut 20 Prozent auf den NAV und etwa 18 Prozent auf den Schlusskurs vom Freitag. Nach der Übernahme erwartet Vonovia jährliche operative Kostenvorteile in Höhe von rund 30 Millionen Euro.

Es sind bestimmt weitere Synergie-Effekte zu erwarten, die zu Kostenersparnissen führen. Dennoch kann man auf Basis der aktuellen Gewinnschätzungen nicht von einem Schnäppchenpreis für die Buwog sprechen, die zudem von einem Skandal betroffen sind. Derzeit steht Österreichs Ex-Finanzminister Karl-Heinz Grasser wegen Untreue- und Korruptionsvorwürfen in Zusammenhang mit der Buwog-Privatisierung von 2006 vor Gericht.

Auch Analysten nicht euphorisch

So äußerte sich auch Baader-Analystin Christine Reitsamer nur vornehm zurückhaltend. Sie hält das Angebot lediglich für „vernünftig“, da es das Entwicklungspotenzial widerspiegele, wenn auch nicht vollständig.

Morgan Stanley sieht den Milliarden-Deal hingegen positiv, ermögliche er doch ein größeres Wohnungsbaugeschäft. Vonovia-Chef Rolf Buch kündigte bereits an, nach der Buwog-Übernahme deutlich mehr als die bislang geplanten 2000 Wohnungen pro Jahr zu bauen. Zudem könnten die Buwog-Mieter von Kostenvorteilen bei der Modernisierung ihrer Wohnungen profitieren, so Buch.

Berlin und Wien spielen große Rolle

Die Buwog mit Sitz in Wien wurde 2014 von Immofinanz abgespalten und an die Börse gebracht. Sie bewirtschaftet, baut und verkauft Wohnungen in Österreich und Deutschland. Mehr als die Hälfte der gut 49.000 Wohneinheiten liegt in Deutschland, etwa in Berlin und Hamburg. In Österreich ist Buwog in Städten wie Wien, Graz, Klagenfurt, Salzburg und Villach vertreten.

Vonovia hat mittlerweile schon mehr als einen Fuß in der Österreich-Tür. Im Zuge einer Einkaufstour in den vergangenen Jahren hatte man zuletzt bereits die österreichische Immobiliengesellschaft Conwert erworben. Insgesamt verwaltet Vonovia bisher rund 350.000 Wohnungen. Anfang 2016 scheiterte die Übernahme der Deutschen Wohnen, des größten heimischen Konkurrenten.

Aktie auf neuem Allzeithoch

An der Börse gab die Vonovia-Aktie am Montag-Vormittag zunächst rund ein Prozent nach, bevor sie sich dann doch ins Plus hangelte und am Mittag bei 41,90 Euro ein neues Allzeithoch markierte. Das Kursziel des AKTIONÄR von 42 Euro ist damit in greifbare Nähe gerückt. DER AKTIONÄR bleibt trotz des recht sportlichen Preises für die Buwog längerfristig optimistisch für den DAX-Wert, wenn auch nach rund 35 Prozent Kursplus seit Januar die Luft kurzfristig etwas dünner werden könnte.

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