Microsoft
- Benedikt Kaufmann

Microsoft greift nach absoluter Marktmacht

Mit Windows machte es Microsoft vor. Bei den Smartphones überließ man Google den Vortritt. Den Markt um Augmented Reality will man jetzt wieder beherrschen. Insignien der Marktmacht: „HoloLens“ und „Windows Holographic“. Seit dieser Woche kann man auch in Deutschland die neue Augmented-Reality-Brille vorbestellen. Müssen die Konkurrenten schon einmal den Kniefall üben?

Was kann die HoloLens?

Die HoloLens bietet ihrem Träger vielseitige Funktionen. Der Nutzer kann holographische Elemente in den Raum projizieren und durch Stimmen- und Gestensteuerung mit ihnen interagieren. Die digitalen Hologramme können beispielsweise verschoben, vergrößert oder bearbeitet werden. Dies bietet auch Unternehmen ganz neue Möglichkeiten.

Volvo nutzt in seinen Verkaufsräumen bereits die HoloLens, um Kunden virtuell ihr Traumauto gestalten zu lassen. Lack in Onyx Schwarz-Metallic? Nappaleder Sportsitze? Nach wenigen Finger- und Handbewegungen erscheint die gewünschte Ausführung im ansonsten leeren Verkaufsraum. Der Händler muss nicht mehr über einen gefüllten Showroom verfügen, um Interessenten alle Produkte vorzustellen. Das spart Kosten und ist ganz nebenbei für den Kunden ein technisches Highlight.

Technische Ausstattung besser als bei Konkurrenz

Technisch hat die HoloLens einiges zu bieten. Eine Besonderheit ist Spatial Sound, der Entfernung, Richtung und Umwelteinflüsse von bis zu zwölf Audioquellen simuliert. Dies ist wichtig, da die Hologramme überall im Raum verankert werden. Über Tiefenkameras werden die Bewegungen und die Umwelt wahrgenommen und verarbeitet. Beeindruckend ist dabei, dass die gesamte Rechenpower inklusive Stromversorgung in der Brille verbaut ist. Ein Akku liefert genügend Energie für bis zu 3 Stunden. Mit dieser Technik hat die HoloLens verglichen mit ihren Konkurrenten wie der „Meta 2“ oder der „R-7 Smart Glass“ einige Features mehr unter der Haube.

Experten sehen großes Potential

Auch der Markt für AR sieht, laut Tom Sepenzis, Analyst bei Northland Capital Markets, auf lange Sicht sehr gut aus. Im Jahr 2020 sollen insgesamt 45 Millionen Brillen verkauft werden. Anfangs werden Unternehmen der Umsatzträger für die HoloLens sein. Endkunden können mit der Datenbrille momentan kaum etwas anfangen, da es an entsprechender Software fehlt. Auch der stolze Preis von 3.299 Euro richtet sich eher an Geschäftskunden.

Hier setzt Microsoft mit Windows Holographic an. Diese in Windows 10 integrierte Plattform macht es Entwicklern sehr einfach neue Software zu programmieren. Die Software kann auch mit AR-Brillen anderer Hersteller genutzt werden. Ein kluger Zug von Microsoft, denn der Software-Markt soll im Jahr 2025 bereits 35 Milliarden Dollar umfassen. Unmöglich also die gesamte Software in Eigenregie zu entwickeln. Mit Windows Holographic bietet Microsoft jedoch zumindest die Grundlage – ähnlich einem Betriebssystem. Und jeder kennt den Erfolg von Windows.

Microsoft mit 100 Prozent Marktabdeckung

Für den Zukunftsmarkt AR ist Microsoft gut aufgestellt. Der Technologie-Riese deckt mit der HoloLens und Windows Holographic sowohl die Hardware- als auch die Softwareseite ab. DER AKTIONÄR hat mit Microsofts AR-Engagement einen weiteren Grund für seine bullishe Einschätzung des US-Konzerns.

Artikel kommentieren:

Um einen Kommentar zu schreiben, müssen Sie eingeloggt sein.
Sie besitzen noch kein Login? Dann registrieren Sie sich kostenfrei.

  • Banburbel -
    >einen weiteren Grund für seine bullishe Einschätzung Der andere Grund wäre? Meine Einschätzung: Microsoft entledigt sich allem, was interessant war. Ob das nun Windows XP, das Mediacenter, Windows Phone, Microsoft Band war. Die Cloud kann nicht mehr für anonymen Schreibzugriff geöffnet werden. Desweiteren haben sie das Programmieren verlernt. Windows 10 ist eine einzige Katastrophe, immer noch. Jedes Update verstellt irgendwas, falls es überhaupt funktioniert oder gleich negative Seiteneffekte mitbringt. Es ist momentan ein einziger Horror. Die AR Brille, ja die ist sehr interessant. Wie lange wird es sie geben? Und startet die Brille mitten im OP durch? Das sind die Fragen, die mich von einem Engagement in dieser Aktie abhalten. Privat wechsele ich jedenfalls zunehmend zu Apple.

Videos zum Thema:

Der Aktionär TV

Mehr zum Thema:

| Benedikt Kaufmann | 0 Kommentare

Microsoft Rekordhoch nach Zahlen

In der Nacht von Donnerstag auf Freitag gab Microsoft seine Quartalszahlen bekannt. Der bereinigte Umsatz liegt mit 20,5 Milliarden Dollar nur minimal über Vorjahresniveau. Die Aktie konnte nachbörslich trotzdem um sechs Prozent zulegen und überschritt das Rekordhoch von 1999. mehr
| Werner Sperber | 0 Kommentare

EamS: Microsoft steht vor dem nächsten Kaufsignal

Die Euro am Sonntag freut sich über die Ankündigung eines weiteren Aktienrückkaufprogramms von Microsoft. Wenn das derzeitige Programm Ende Dezember abläuft, möchte das Software-Unternehmen weitere bis zu 40 Milliarden Dollar ausgeben, um bis zu neun Prozent des Grundkapitals zu erwerben. Wenn … mehr