Microsoft
- Martin Weiß - Leitender Redakteur

Microsoft: Aktie steigt nach besser als erwarteten Q4-Zahlen - aber nur kurz

Der Softwareriese aus Redmond hat am Abend für das Abschlussquartal 2012 höhere Umsätze und Gewinne gemeldet. Die Aktie reagierte zunächst mit Kursgewinnen, jedoch hielt die gute Stimmung unter den Investoren nicht lange an.

Der Konzern meldete am Donnerstag nach Ende des regulären Handels an der Wall Street für sein zweites Fiskalquartal Einnahmen von 21,5 Milliarden Dollar und einen Gewinn je Aktie von 0,76 Dollar. Mit den vorgelegten Zahlen übertraf Microsoft zwar die EPS-Schätzungen der Anlalysten (erw.: 0,75 Dollar), verpasste die durchschnittliche Umsatzprognose aber hauchzart.

Erst erleichtert, dann enttäuscht

Die Aktie reagierte auf die Veröffentlichung zunächst positiv, anschließend sackte der Kurs jedoch ab. Um 22:30 Uhr (MEZ) notiert Microsoft 1,6 Prozent schwächer bei 27,19 Dollar. Während der Kernhandelszeit hatte das Papier leicht auf 27,62 Dollar zugelegt.

Windwos wächst zweistellig

In seiner wichtigen Windwos-Geschäftssparte wies Microsoft einen Umsatzanstieg gegenüber dem Vorjahr von 11,0 Prozent auf 5,3 Milliarden Dollar aus. Wenn man berücksichtigt, dass die PC-Sparte als Ganzes im letzten Jahr um 3,5 Prozent geschrumpft ist, eine überzeugende Vorstellung des Konzerns.

Die jetzt vorgelegten Quartalszahlen beinhalten erstmals Windows 8. Microsoft hatte das komplett überarbeitete Betriebssystem begleiet von einer massiven Marketingkampagne Ende Oktober 2012 weltweit eingeführt. Der befürchtete Flop ist Windows 8 trotz des völlig neuen Desings und der ungewohnten Benutzerführung nicht geworden, wie der Zuwachs in der  Sparte belegt. Laut Microsoft wurden bislang 60 Millionen Windows-8-Lizenzen verkauft. Damit entwickelt sich die neue Plattform auf dem Niveau des Vorgängers, Windows 7.

Weit weniger überzeugte die Entwicklung in der Business-Sparte. Das Geschäft mit Office-Programmen lief offenbar schleppend, hier betrug der Zuwachs magere 3,0 Prozent.

Eine weitere Enttäuschung aus Sicht der Anleger: Microsoft verlor am Abend kein einziges Wort zu den Verkaufszahlen seines Surface-Tablets. Das Fehlen jeglicher Details dürfte Wasser auf die Mühlen jener Kritiker sein, die Microsofts Hardware zuletzt als Ladenhüter bezeichnet hatten.

Wie geht es weiter?

Die Quartalszahlen sind solide, die große Überraschung - und damit ein möglicher Katalysator für Kursgewinne - ist jedoch ausgeblieben. DER AKTIONÄR empfiehlt die Aktie dennoch zu halten.

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